Linkliste 31: Denunzianten, Open Source CMS, Israelbild in den Medien, heftig.co, Der Bibel-Code…

Linkliste (23): Clickbait, Krautreporter, Ticketvorverkauf, Atacama-Alien, Verschwörungstheorien…

 

Linkliste (12): Avast Toolbar, Laterpay, Inklusion, Same Day Delivery, Xing-Abmahnungen…

  • heise.de weist auf ein sehr fragwürdiges Feature der Avast Toolbar hin: „Avast-Toolbar mit Shopping-Spion“ Die Toolbar scannt die aufgerufene Webseite und schickt diese an den Service Cuivo. Dass ein Virenscanner Datenschutzrecht verletzt, sollte zu denken geben… vielleicht nutzt ihr doch besser einen anderen.
  • Richard Gutjahr arbeitet seit kurzem mit einem Startup namens LaterPay zusammen, das ein neues MicroPayment-System für Inhalte im Internet entwickelt. Hierbei werden einzelne Artikel oder auch weiterführende Informationen zu Artikeln mit einer „Bezahlschranke“ versehen. Allerdings hat man ein Rückgaberecht (das man nicht allzu oft nutzen sollte :-))
  • Raul Krauthausen hat einen tollen Artikel über Inklusion (und Homophobie) unter dem Titel „Mein ungutes Gefühl“ geschrieben
  • In der t3n wurde eine spannende Meinung zum Thema Same Day Delivery veröffentlicht „Same-Day-Delivery-Hype: Lieber laufen lernen, bevor man zu rennen versucht„, die ich absolut teile.
  • Seit einiger Zeit werden Profile (von Freiberuflern und Selbständigen) bei Xing, die über kein Impressum verfügen, abgemahnt. Das Wall Street Journal hat einen Text dazu geschrieben.
  • RA Carsten Ulbricht ist davon überzeugt, dass die Abmahnungen bei Xing nicht gerechtfertigt sind und geht gegen eine solche vor. Sein Text dazu „Erste Abmahnungen wegen fehlendem Impressum bei XING – Rechtslage und Praxisempfehlung
  • Bei strafakte.de gibt’s unter dem Titel „Keine Freiheitsstrafe für gewaltlose Delikte? “ einen echt lesenswerten Artikel.
  • In Österreich schlägt das „Komitee zur Regelung des Schriftverkehrs“ des Austrian Standards Institute in einem Entwurf für eine Überarbeitung der ÖNORM A 1080 („Richtlinien für die Textgestaltung“) vor, das generische Maskulinum zur Norm zu machen. Beim sprachlog gibt es dazu zwei Artikel „Männer sind Norm, Frauen sind Ideologie“ und „Der Mann als Norm„, in denen sehr klar erläutert wird, warum das generische Maskulinum eben nicht geschlechtergerecht ist – unbedingt lesen.
  • Bei Netzpiloten steht, warum z.B. fehlende Netzneutralität abgelehnt werden muss: „Netzneutralität: Zwei-Klassen-Internet als Nachteil für Start-ups
  • Peter Wilhelm vom bestatterblog hat meine Alte Heimat, Ostfriesland, und die Teezeremonie bzw. alles was mit Tee zusammenhängt, kennengelernt und ein, zwei schöne, amüsante Artikel darüber verfasst.

Linkliste: Presseausweise, Einbetten fremder Inhalte, Porno- und Urheberrechtsfilter, Sochi-LGBT-Aktion…

Auch diese Woche gibt es ein paar Links von mir…

  • Bei Telemedicus gibt es aus aktuellem Anlass einen sehr interessanten Artikel zu Bloggern und Presseausweisen unter dem Titel „Darf der Bundestag von Bloggern einen Presseausweis verlangen?“
  • Im Sprachlog wird über eine interessante Idee sinniert, wie Wikipedia mehr Frauen als Autoren gewinnen will: Wikipedia und die starken Männer
  • Netzpolitik meldet, dass „YouTube-Videos einbetten künftig kostenpflichtig“ werden können, zumindest wenn es nach Gema & Co. geht
    [Es wird wirklich Zeit, dass C3S startet und eine gewisse Relevanz erlangt]
  • heise.de meldet „Großbritannien will Whitelist für den nationalen Pornofilter“ – zunächst bauen die einen Pornofilter und dann müssen die eine Whitelist nachliefern, weil – das wurde vorher diverse Male gesagt – reichlich legale Angebote geblockt würden; aber dieses konservative Gesumse ist ja bekanntermaßen lernresistent… *sigh*
  • Gerade hatten wir Porno-Zensur und jetzt werden Urheberrechtsverletzungen zensiert. golem.de schreibt „Antivirensoftware blockiert Urheberrechtverletzungen“, dass auch dort reichlich falscher Alarm dabei sein dürfte, ist klar…
  • In der t3n gibt es einen guten Kommentar mit dem Titel „GEMA und LG Köln zum Urheberrecht: Deutschland, es reicht! [Kommentar]“
  • DanielaKayB macht eine Aktion gegen das Verschweigen bzw. Ignorieren der Homophobie in Russland durch das IOC und NOK sowie der Medien: es wird ein Umhängetuch/Schal in Regenbogenfarben gestrickt und unter allen, die während der Olympischen Spiele mindestens 5€ an ein LGBT-Projekt (z.B. Vorschläge von Sofakante) spenden, verlost

Die Piratenpartei will das Urheberrecht abschaffen [Update]

Offenbar gibt es immer mehr Rants (von rant = schimpfen, schwadronieren) – gerade aus und in den Medien – über die Piratenpartei. Dabei zeigt sich, dass die, die am lautesten schreien, am wenigsten Ahnung haben. Aber wie man aus der Politik und der BILD weiß, muss man keine Ahnung haben, um gehört zu werden. Es reicht schon, wenn man „eine Stimme“ hat (i.S.v. wichtig ist, für wichtig gehalten wird).
Es ging los (nicht wirklich, aber der aktuelle Schub) mit einem Rant von Sven Regener (Autor und Sänger der Deutschpop-Band „Element of Crime“). (Interview beim BR) Hier eine Antwort von Fritz Effenberger von 11k2.

Dann kamen 51 Drehbuchautoren, die auch keine Ahnung hatten, denen aber trotzdem zugehört wurde. (Hier zu lesen) Auf diesen Unfug hat der CCC geantwortet

Als nächstes kam das Handelsblatt mit einem Rant, interessanterweise unter dem Titel „Hundert Kreative provozieren die Netzpiraten“. Wenn man nun einmal nachrechnet, wer von den 100 tatsächlich kreativ ist, wundert man sich schon. (Ich meine, kreativ sind wir ja alle – beim Finden von Arbeitvermeidungsstrategien; Gründen, Bier zu trinken etc.) Nico Kern hat einmal nachgerechnet:

Die Antwort zu dem Artikel ist z.B. bei neunetz.com zu finden.
(Zu Handelsblatt gibt es bei internet-law.de auch einen interessanten Titel „Wie das Handelsblatt mit Autoren umgeht“.)

Eins ist auf jeden Fall klar: es bleibt spannend. Der nächste Schwachsinnstext kommt bestimmt. Manch einer mag sich nun fragen, warum die Presse auf diesen Unfug nicht reagiert, wie man es von ihr als Vermittler erwarten sollte. Ich meine, grundsätzlich ist es ja klar, wie die einzelnen Medien ticken

  • die taz ist grün
  • die Frankfurter Rundschau SPD
  • die FAZ wirtschaftskonservativ
  • die Welt CSU
  • die Bild nicht so links wie die Welt

etc. Das weiß man, damit kann man umgehen. Aber warum werden die Medien nicht ihrer Rolle als Vermittler gerecht?
Ganz einfach: weil die Medien selbst Verwerter sind und deshalb klare Interessen haben. Sie wollen nicht, dass sich etwas ändert, weil die Änderungen in erster Linie zu ihrem Ungunsten gehen würden (das Ziel der Medien ist es schließlich billig erstellen zu lassen und teuer zu verkaufen, am besten mit Knebelverträgen – siehe oben – da stört es eben nur, wenn die Kreativen und die Verbraucher mehr Macht haben.)

Und jetzt endlich einmal ein Satz zum Titel: die Piraten wollen das Urheberrecht verändern. Mehr nicht. In erster Linie geht es denen sogar nur darum, das die Schutzdauer nach dem Tod des Künstlers verkürzt wird. (Beim Thema Urheberrecht, meine ich.)
Sonst wollen die Piraten, ganz kurz, dass sich die Gesetze sowohl an den Interessen der Künstler, der Verwerter und auch an denen der Verbraucher orientieren. Sie möchten erreichen, dass diese endlich fit werden für das 21. Jahrhundert. Hier die Meinung der Piratenpartei zur Thematik

Hier mal ein sehr interessanter Artikel zum Urheberrecht von Gerrit van Aaken bei praegnanz.de

[Update]
Christian Jakubetz hat in seinem Blog unter dem Titel „Mein Kropf gehört mir“ einmal aus eigener Anschauung beschrieben, wie er als Urheber diese Rants empfindet. Er hat sein neuestes Buch selbst verlegt, da ihm auffiel, dass er für die 5% Ertragsanteil (die er aus dem Verkauf erhält) sämtliche Rechte an den Verlag abgeben muss, und dies für ihn kein gesundes Verhältnis darstellt.
Anatol Stefanowitsch hat im Sprachlog einen „Offener Brief an die Contentindustrie“ verfasst, dem man anmerkt, er weiß, wovon er spricht und er kann sich sicher besser ausdrücken als die 51 Drehbuchautoren zusammen.

Disclaimer
Ich bin kein Pirat, stehe der Partei aber ziemlich nahe. Seitdem die Grünen (meine ehemalige politische Heimat) sich als Partei des Bürgerrechtsabbaus verstehen und sich sonst eher der Union annähern (viele Grüne sind dabei wesentlich konservativer als Frau Merkel und ähnliche eher progressive Kräfte dort) habe ich bei den Piraten meine neue politische Heimat gefunden.