Bei identi.ca

Seit kurzem habe ich auch einen identi.ca-Account. Wie man sich vorstellen kann lautet er „blariog“, also http://identi.ca/blariog.

identi.ca ist ein Kurznachrichtendienst (Microblogging) wie Twitter, hat aber den Vorteil, dass die Software Open Source ist, also eine „Trending Topics“-Zensur wie sie offenbar beim Begriff „wikileaks“ zu sehen ist, nicht möglich ist.

Schaut euch identi.ca doch mal an und abonniert mich 🙂

Open Source ist Kommunismus und Antiamerikanismus…

gulli.com teasert

Die International Intellectual Property Alliance (IIPA) wendet sich derzeit an die US-amerikanische Regierung, sodass diese Open Source Software wie raubkopierte Werke werten soll. Alle Länder, die quelloffene Software unterstützen, gelten als Feinde des Kapitalismus.

Kein Witz, das ist wirklich Ernst gemeint.
Länder, die für Open Source sind und das auch für die Behörden empfehlen bzw. einsetzen, sollen auf die Liste antikapitalistischer Staaten gesetzt werden.
Es gibt reichlich Unternehmen, die mit Open Source Software echtes Geld verdienen, auch wenn ewig gestrige Kapitalisten dies freilich nicht verstehen.

“Dass diese Bitte der IIPA durch das fadenscheinige Argument begründet wird, Open Source sei antikapitalistisch und kommunistisch, zeigt, dass es in dieser Debatte nicht um Argumente, sondern vielmehr um die Verdrängung von aufstrebender Konkurrenz vom Markt geht.”, erläutert Mathis Elling, Leiter der AG Freie Software der Jungen Piraten

im Artikel Junge Piraten gegen Verbot von freier Software

Chef von Microsoft Deutschland möchte Internet-Zensur

Das meldet heise.de:

So erklärte der Chef von Microsoft Deutschland, Achim Berg, gegenüber dem Deutschlandfunk am heutigen Dienstag, dass er an Stelle Köhlers das Normenwerk unterschreiben würde. Es gehe ihm – ähnlich der Argumentation der früheren Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) – vor allem um den „Symbolcharakter“ des Vorhabens.
Dass es natürlich Spezialisten gebe, die damit aufgebaute Web-Blockaden „vielleicht sogar sehr einfach“ umgehen könnten, sei ein anderes Thema, sagte Berg. Das Internet sei „kein rechtsfreier Raum“, das hätten „einige etwas durcheinander geworfen mit Meinungsfreiheit“. Die aktuellen Debatten um heimliche Online-Durchsuchungen, Vorratsdatenspeicherung oder eben auch das Zugangserschwerungsgesetz hält Berg in diesem Sinne nicht für schädlich für die hiesige IT-Branche.

Das zeigt schon mal Folgendes: der Chef eines IT-Unternehmens muss keine Ahnung von der Materie haben. Es reicht, wenn man auf Stammtisch-Niveau polemisieren kann.

Auf der anderen Seite stellt sich freilich die Frage, ob MS nicht für dem Vorstoß andere Gründe hat: eben die, die die Content-Industrie dazu bewegen, ebenfalls für die Zensurmaßnahmen zu sein: ganz einfach darauf zu hoffen, dass irgendwann auch Seiten mit anderen ungeliebten Inhalten gesperrt werden: Download-Portale mit Kopien von Microsoft-Software, Seiten, auf denen auf Schwachstellen und Sicherheitslücken hingewiesen wird, Open Source-Seiten etc. Es gäbe da so viel zu sperren…

Nicht vergessen darf imho, dass Microsoft auch immer betont, wie sicher die eigene Software ist. Wenn dann der Chef nur Symbol- anstatt echter Politik fordert, dann kann man wirklich nur noch dazu aufrufen, Software anderer Anbieter – die nämlich tatsächlich und offen an Sicherheit interessiert sind – zu nutzen. (Dass ich ein Linux-„Fan“ bin, sollte inzwischen bekannt sein…)

Außerdem ist noch zu bedenken, dass Microsoft selbst nicht unbedingt für Freiheit steht. Genau wie jedes andere Monopolunternehmen. Microsoft ist ein absoluter Gegner von Standards, sofern das Unternehmen nicht an diesen verdient. Das Unternehmen versucht stets, die eigenen Standards durchzusetzen und diese dann über Lizenzen an andere Unternehmen weiterzugeben.