Chef von Microsoft Deutschland möchte Internet-Zensur

Das meldet heise.de:

So erklärte der Chef von Microsoft Deutschland, Achim Berg, gegenüber dem Deutschlandfunk am heutigen Dienstag, dass er an Stelle Köhlers das Normenwerk unterschreiben würde. Es gehe ihm – ähnlich der Argumentation der früheren Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) – vor allem um den „Symbolcharakter“ des Vorhabens.
Dass es natürlich Spezialisten gebe, die damit aufgebaute Web-Blockaden „vielleicht sogar sehr einfach“ umgehen könnten, sei ein anderes Thema, sagte Berg. Das Internet sei „kein rechtsfreier Raum“, das hätten „einige etwas durcheinander geworfen mit Meinungsfreiheit“. Die aktuellen Debatten um heimliche Online-Durchsuchungen, Vorratsdatenspeicherung oder eben auch das Zugangserschwerungsgesetz hält Berg in diesem Sinne nicht für schädlich für die hiesige IT-Branche.

Das zeigt schon mal Folgendes: der Chef eines IT-Unternehmens muss keine Ahnung von der Materie haben. Es reicht, wenn man auf Stammtisch-Niveau polemisieren kann.

Auf der anderen Seite stellt sich freilich die Frage, ob MS nicht für dem Vorstoß andere Gründe hat: eben die, die die Content-Industrie dazu bewegen, ebenfalls für die Zensurmaßnahmen zu sein: ganz einfach darauf zu hoffen, dass irgendwann auch Seiten mit anderen ungeliebten Inhalten gesperrt werden: Download-Portale mit Kopien von Microsoft-Software, Seiten, auf denen auf Schwachstellen und Sicherheitslücken hingewiesen wird, Open Source-Seiten etc. Es gäbe da so viel zu sperren…

Nicht vergessen darf imho, dass Microsoft auch immer betont, wie sicher die eigene Software ist. Wenn dann der Chef nur Symbol- anstatt echter Politik fordert, dann kann man wirklich nur noch dazu aufrufen, Software anderer Anbieter – die nämlich tatsächlich und offen an Sicherheit interessiert sind – zu nutzen. (Dass ich ein Linux-„Fan“ bin, sollte inzwischen bekannt sein…)

Außerdem ist noch zu bedenken, dass Microsoft selbst nicht unbedingt für Freiheit steht. Genau wie jedes andere Monopolunternehmen. Microsoft ist ein absoluter Gegner von Standards, sofern das Unternehmen nicht an diesen verdient. Das Unternehmen versucht stets, die eigenen Standards durchzusetzen und diese dann über Lizenzen an andere Unternehmen weiterzugeben.

Linux: Trennung von XServer und Kernel – Segen oder Fluch?

tuzKlingt schon seeehr technisch, die ganze Geschichte.
Für alle nicht-„Nerds“: bei Linux ist es so, dass es ein Betriebssystem gibt (das für Ein-/Ausgabe-, Kopier-, Anzeige- blablabla-Operationen) zuständig ist und einen XServer, der alles klickibunti macht – wir Grufties kennen diese Trennung noch von DOS und Windows 3.1

Nun kam vor kurzem ein neuer Kernel (für Nicht-Nerds: das Herz) raus, den ich – weil ich ja für Sicherheit bin – gleich einspielte. Doch leider, leider war mein Grafikkarten-Treiber nicht mit diesem Kernel erstellt worden (klar, konnte ich ja nicht…), also flog mir der XServer um die Ohren und ich musste diverse Stunden zubringen, das alles wieder hin zu kriegen.
Und dann habe ich noch ein Update gemacht, das eigentlich gar nichts mit dem Kernel zu tun hatte und…? Genau!
Ich glaube, ich baue mir ein Bash-Script zusammen, das mir dann gleich den neuesten Treiber holt und installiert. *Grrrr*

Ach, bislang schrieb ich nur über den Fluch, gar nicht über den Segen. Ist freilich schon cool, wenn man aus der Konsole heraus das System administrieren kann. Bei Windows wäre unter solchen Umständen eine Rettungs-Installation (mit allen Gefahren) nötig gewesen…

(Btw: das Maskottchen des aktuellen Kernels (Tuz) ist wirklich niedlich)