Negativpreis für die katholische Kirche

Die Katholische Kirche hat den journalistischen Negativpreis „Verschlossenen Auster“ für ihr Umgehen mit dem Missbrauchsskandal verliehen bekommen. Der Preis wird an Organisationen verliehen, die sich als Vertuscher, Verleugner und Behinderer der Presse hervortun. (SZ)

Aus der Laudatio, vorgetragen von Heribert Prantl:

Die Amtskirche hat aber geglaubt und glaubt zum Teil immer noch, ihr gebühre ein schonender Sonderstatus, sie sei unantastbar, weil sie so alt, erhaben und wertvoll sei. Anders herum wird ein Schuh daraus. Wer, wie es die Kirche tut und immer getan hat, sich die Rolle der Hüterin der öffentlichen Moral zuschreibt, wer, wie es die Kirche tut und immer getan hat, gern darauf verweist, dass er über ein gereiftes Orientierungswissen und über besondere Problemlösungskompetenz verfüge, der muss sich schon genau anschauen lassen, wenn es um die Unmoral in den eigenen Reihen geht, und der muss sich fragen lassen, wie es denn um die Qualität dieses Orientierungswissens bestellt ist und wo die Problemlösungskompetenz bleibt.

Viel zu lange hat sich die Kirche nur selbst beweihräuchert, hat ihrem Nimbus das Wohl der Menschen untergeordnet und sich für sakrosankt erklärt, hat Gehorsam befohlen und Gefolgschaft reklamiert, hat vertuscht, was nicht zum Bild von ihr passte. Dabei ist das Herz der Kirche erstarrt. Es hat sein Mitgefühl verloren. Statt für sie Zufluchtsort zu sein, sich zu öffnen, zuzuhören, ihre Nöte wahrzunehmen, Trost zu spenden, Hilfe zu geben und selbst bußfertig zu sein, hat sie sich verbarrikadiert, kritische Fragen an sich abprallen lassen und darauf mit rechthaberischen Worten gekontert.

Meisner wieder mal

Das Christentum hat ja immer gut mit Diktatoren verstanden, ob in Nazi-Deutschland oder in den späteren Diktaturen Südamerikas. Außerdem war sich das Christentum nie zu schade, Menschen zu ermorden, zum Mord aufzurufen oder Morde gutzuheißen.
Aber vielmehr hat das Christentum dies alles mit der Bibel, Heuchelei und Euphemismen (v)erklärt.

Nun wiederum ätzt Kardninal Meisner gegen Richard Dawkins – wieder mal, indem er erklärt, dass Atheismus die Basis von Nazitum ist – ganz vergessend, wie viele seiner Glaubensgenossen von der Kanzel zu Morden und Terror aufriefen. In diesem Sinne behaupte ich (gar nicht kühn), dass Hitler nie ohne das Christentum so lange durchhalten gekonnt hätte.

Aber was soll man zu diesen ewig Gestrigen schon sagen???

Mehr in der Netzeitung und im Esoblog