Der wirkliche Zweck des Prostituiertenschutzgesetzes

Zum aktuellen Entwurf des „Prostituiertenschutzgesetzes“ schreibt Thomas Stadler

[Mit diesem] treibt man dann allerdings die Prostituierten (wieder) zurück in die Illegalität, was weder ihrem Schutz dienen kann, noch geeignet ist, ihre Selbstbestimmung zu fördern. Menschenhandel und Zwangsprostitution und damit Phänomene die ohnehin schwere Straftaten darstellen, werden sich kaum eindämmen lassen, indem man die legale Prostitution reglementiert.

Unbedingt den Artikel lesen.

Linkliste (26): #gergha, rebeccapurple, Leistungsschutzrecht, Primark…

Linkliste (18/19): Vorratsdatenspeicherung, Inkognito-Modus, Christianismus, Folter, Insektenplage…

Letztes Wochenende bin ich leider nicht zur Linkliste gekommen… deshalb gibt’s diese nun nachgereicht…

  • Thomas Stadler klärt über „acht Mythen zur Vorratsdatenspeicherung auf
  • Mike Schnoor schreibt darüber, dass Xing und Co. einen Inkognito-Modus einführen sollten, weil jeder Besuch eines Profils mehr Interesse zu signalisieren scheint als teils der Fall ist.
  • Bei Kai Thrun gibt es einen interessanten Artikel zum Für und Wider der Kürzung der Artikel im RSS-Feed
  • Zoon Politikon über Fundamentalistische Christen und Folter: „Christianismus und Folter
  • Bei der Vorratsdatenspeicherung geht es ja nur um Metadaten, hört man immer wieder. Aber ist das tatsächlich so unproblematisch? Bei netzpolitik.org (und t3n) gibts einen Artikel dazu.
  • Noch einmal die t3n: eine Seite mit Pornos möchte für je 100 angezeigte Videos einen Baum pflanzen: „Pornos für den guten Zweck“ (Leider ist die Aktion schon lange abgelaufen. Meine Meinung dazu steht unter dem Artikel)
  • Spektrum.de hat 5 Fakten zur Frage „Drohen dieses Jahr mehr Insektenplagen?
  • Dr. Mutti hat eine Replik zu einem SZ-Artikel veröffentlicht, in dem der kinderlose Autor beschreiben darf, wie allzu gut es Familien mit Kindern in D geht und wie ungerecht das alles ist, weil denen alles geschenkt wird. Und dergleichen mehr. „Wir

Linkliste (10): nackte Kinderstatuen, focus-Berichterstattung, Squirting, Getty Images, Adblocker…

Letzte Woche gab es aus Urlaubsgründen keinen Link der Woche.

Aber diesmal wieder…

Die Piratenpartei will das Urheberrecht abschaffen [Update]

Offenbar gibt es immer mehr Rants (von rant = schimpfen, schwadronieren) – gerade aus und in den Medien – über die Piratenpartei. Dabei zeigt sich, dass die, die am lautesten schreien, am wenigsten Ahnung haben. Aber wie man aus der Politik und der BILD weiß, muss man keine Ahnung haben, um gehört zu werden. Es reicht schon, wenn man „eine Stimme“ hat (i.S.v. wichtig ist, für wichtig gehalten wird).
Es ging los (nicht wirklich, aber der aktuelle Schub) mit einem Rant von Sven Regener (Autor und Sänger der Deutschpop-Band „Element of Crime“). (Interview beim BR) Hier eine Antwort von Fritz Effenberger von 11k2.

Dann kamen 51 Drehbuchautoren, die auch keine Ahnung hatten, denen aber trotzdem zugehört wurde. (Hier zu lesen) Auf diesen Unfug hat der CCC geantwortet

Als nächstes kam das Handelsblatt mit einem Rant, interessanterweise unter dem Titel „Hundert Kreative provozieren die Netzpiraten“. Wenn man nun einmal nachrechnet, wer von den 100 tatsächlich kreativ ist, wundert man sich schon. (Ich meine, kreativ sind wir ja alle – beim Finden von Arbeitvermeidungsstrategien; Gründen, Bier zu trinken etc.) Nico Kern hat einmal nachgerechnet:

Die Antwort zu dem Artikel ist z.B. bei neunetz.com zu finden.
(Zu Handelsblatt gibt es bei internet-law.de auch einen interessanten Titel „Wie das Handelsblatt mit Autoren umgeht“.)

Eins ist auf jeden Fall klar: es bleibt spannend. Der nächste Schwachsinnstext kommt bestimmt. Manch einer mag sich nun fragen, warum die Presse auf diesen Unfug nicht reagiert, wie man es von ihr als Vermittler erwarten sollte. Ich meine, grundsätzlich ist es ja klar, wie die einzelnen Medien ticken

  • die taz ist grün
  • die Frankfurter Rundschau SPD
  • die FAZ wirtschaftskonservativ
  • die Welt CSU
  • die Bild nicht so links wie die Welt

etc. Das weiß man, damit kann man umgehen. Aber warum werden die Medien nicht ihrer Rolle als Vermittler gerecht?
Ganz einfach: weil die Medien selbst Verwerter sind und deshalb klare Interessen haben. Sie wollen nicht, dass sich etwas ändert, weil die Änderungen in erster Linie zu ihrem Ungunsten gehen würden (das Ziel der Medien ist es schließlich billig erstellen zu lassen und teuer zu verkaufen, am besten mit Knebelverträgen – siehe oben – da stört es eben nur, wenn die Kreativen und die Verbraucher mehr Macht haben.)

Und jetzt endlich einmal ein Satz zum Titel: die Piraten wollen das Urheberrecht verändern. Mehr nicht. In erster Linie geht es denen sogar nur darum, das die Schutzdauer nach dem Tod des Künstlers verkürzt wird. (Beim Thema Urheberrecht, meine ich.)
Sonst wollen die Piraten, ganz kurz, dass sich die Gesetze sowohl an den Interessen der Künstler, der Verwerter und auch an denen der Verbraucher orientieren. Sie möchten erreichen, dass diese endlich fit werden für das 21. Jahrhundert. Hier die Meinung der Piratenpartei zur Thematik

Hier mal ein sehr interessanter Artikel zum Urheberrecht von Gerrit van Aaken bei praegnanz.de

[Update]
Christian Jakubetz hat in seinem Blog unter dem Titel „Mein Kropf gehört mir“ einmal aus eigener Anschauung beschrieben, wie er als Urheber diese Rants empfindet. Er hat sein neuestes Buch selbst verlegt, da ihm auffiel, dass er für die 5% Ertragsanteil (die er aus dem Verkauf erhält) sämtliche Rechte an den Verlag abgeben muss, und dies für ihn kein gesundes Verhältnis darstellt.
Anatol Stefanowitsch hat im Sprachlog einen „Offener Brief an die Contentindustrie“ verfasst, dem man anmerkt, er weiß, wovon er spricht und er kann sich sicher besser ausdrücken als die 51 Drehbuchautoren zusammen.

Disclaimer
Ich bin kein Pirat, stehe der Partei aber ziemlich nahe. Seitdem die Grünen (meine ehemalige politische Heimat) sich als Partei des Bürgerrechtsabbaus verstehen und sich sonst eher der Union annähern (viele Grüne sind dabei wesentlich konservativer als Frau Merkel und ähnliche eher progressive Kräfte dort) habe ich bei den Piraten meine neue politische Heimat gefunden.