Blogparade: Utopien einer gerechten Welt

Im Zementblog gibt es eine Blogparade mit dem Thema „Utopie“. Oder, um es mit den Worten des Autors zu beschreiben

Wie könnte die Welt, in der wir leben, besser sein? Welche gesellschaftlichen Strukturen wären für ein gerechteres Leben notwendig? Kurz gesagt: Wie sieht Deine Utopie aus? Welche bereits bestehende Theorie könnte gut sein? Sozialismus? Kommunismus? Oder leben wir etwa schon in einer gerechten Welt?

Das ist freilich ein Thema, mit dem sich schon viele große Geister beschäftigt haben, in deren Reihe ich nicht passe. Platon, Rousseau, Marx, Morus, meinetwegen auch Weber und Smith…

Ich greife mir nur eine Frage heraus, die Frage nach der Gerechtigkeit. Wir alle wissen, was Gerechtigkeit, was gerecht, ist, oder? Andererseits, wird Westerwelle sagen, seine wirtschaftspolitischen Ziele seien nicht gerecht? Wird Lafontaine sagen, seine seien es nicht? Und doch
weichen diese eklatant voneinander ab.
Das zwingt uns doch zum Innehalten und zu der Frage „was ist Gerechtigkeit?“ Und zu dieser werde ich ein paar Gedanken äußern.

Was also ist Gerechtigkeit?
Als Beispiel werde ich vier Kinder skizzieren, unter denen ein Kuchen verteilt werden soll.

Zunächst einmal ist es gerecht, wenn alle gleich behandelt werden. Jedes Kind erhält ein viertel des Kuchens. Dies nennt man absolute Gerechtigkeit. Manche Menschen fragen sich, ob es denn gerecht sei, wenn ein Milliardärskind, das jeden Tag Kuchen bekommt ebensoviel erhält wie ein Hilfsarbeiterkind, das nur an Feiertagen in den Genuss des Kuchens kommt. Wäre es nicht viel gerechter, wenn die reichen Kinder weniger bekämen als die armen? Dieser Gedanke heißt ausgleichende Gerechtigkeit. Jetzt haben wir also folgende Verteilung: die beiden Kinder aus der „Mittelschicht“ bekommen ein viertel, das reiche ein 1/6, das arme Kind 2/6. So sind nun alles glücklich und der Kuchen gerecht verteilt. Doch das eine Mittelschicht-Kind hat das andere geschlagen und gehänselt. Nun sollen die beiden gleich behandelt werden? Das kann doch nicht gerecht sein! Also bekommt der Täter als Strafe ebenfalls 1/6 und das Opfer als Ausgleich 2/6. Das nennt man strafende Gerechtigkeit.
Und so geht es weiter. Es gibt viele Arten von Gerechtigkeit und sie haben auch ihre Berechtigung. Je nachdem, welche Art ein Mensch in den Vordergrund stellt, bewertet er Handlungen, Gesellschaften etc.