Wie halten Sie es mit dem Bildungsbürgertum?*

Die liebe Astrid hat einen Artikel zum Thema „Bildungsbürgertum“ veröffentlicht und ich konnte nicht umhin, einen Kommentar zu schreiben. Als dieser jedoch immer bissiger und länger wurde, entschloss ich mich, ihn hier zu veröffentlichen.

Hmm, denk ich an Bildungsbürger, denk ich an „Papa, Charlie hat gesagt“ und mich im Spiegel sehe ich dann nicht. Ich finde auch, dass Bildungsbürger einen schalen Beigeschmack hat. Wenn wir an den oben genannten Papa denken, dann sehen wir auch warum. Ein bisschen denke ich bei Bildungsbürger auch an „Biedermann“ und auch das bin ich nicht. Ich sehe beim Bildungsbürger das Bildungsinteresse auch als Abgrenzung zum „Pöbel“ und als Hoffnung, ein bisschen zu denen da oben, die sich Premierenkarten leisten können, zu gehören. Aber nicht öffentlich, die Blöße gibt sich der Bildungsbürger nicht.

Der Bildungsbürger ist reich an Wissen, schnöden Mammon benötigt er nicht. Aber er hätte doch gern das ein oder andere besondere Ding, ein Klavier, einen schönen Originaldruck. Er strebt nach oben, aber gibt es nicht zu.

Aber es gibt nicht nur die da oben und die da unten, es gibt auch noch den ungebildeten Mittelstand, größtenteils Emporkömmlinge, der Goya nicht von Rioja unterscheiden kann.

Ja, aber.

Continue reading