Fluchtursachen bekämpfen

Furfante - Pollution

Furfante – Pollution

Immer wieder hört man, insbesondere von konservativen Menschen, man müsse Fluchtursachen bekämpfen anstatt Geflüchteten zu helfen. Nun ja, es ist eine Binse, aber es steckt mehr dahinter.

Zunächst einmal die Frage, was die Aussage soll. Ja, es stimmt, wir müssen vor allem Fluchtursachen bekämpfen. Aber dadurch, dass ich oder jemand anders das sagt, ändert sich nichts. Ich meine, wenn ich sage, ich müsse mehr Sport treiben, werde ich auch nicht fitter. Also, was soll das? Eigentlich würde sich ja ein Folgesatz anbieten, sowas wie „aber das müssen wir international machen“ oder „wir führen den Kampf gegen den Terror doch schon“ oder so. Aber mir scheint, dass da nichts kommt.
Warum?

Weil dann viel zu klar wird, dass dahinter nur Unsinn steckt?!

Fluchtursachen bekämpfen. Fängt schon bei uns an.

Zum Beispiel habe ich heute in der aktuellen National Geographic (Print) gelesen, dass in Grillkohle – sogar die als FSC zertifizierte – Tropenholz enthalten ist. Und in Grillkohle aus „reiner Buche“ soll dies ebenso der Fall sein.

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Konservative sägen sich selbst ab

Manchmal ist es einfach zu schön: da kommt ein – ich dachte immer – ziemlich kluger Politiker auf diesen Gedanken

Man könnte natürlich nun entgegnen: ja, wir nennen das Ding, das heute Ehe heißt, einfach anders und lassen alle dran teilhaben.

Aber eigentlich geht es Schäuble ja gar nicht um den Begriff, sondern um die Sache. Er möchte einfach diese gesetzlich geschützte Institution, die sich hinter dem Begriff „Ehe“ verbirgt, nicht für andere Personenkreise (Schwule, Lesben, Trans-, Inter-, Asexuelle etc.) öffnen. Ob es ihm nur darum geht, dass sein Gott (dazu später) solche Partnerschaften nicht mag, oder darum, dass der Staat sich die Ehe ja numal was kosten lässt (z.B. dieses hirnrissige Ehegattensplitting), lassen wir mal dahingestellt.

Ebenso lasse ich das Thema, dass es auch hierzulande eigentlich eine Trennung zwischen Kirche und Staat geben sollte, außen vor. Eine solche, grundgesetzlich beschriebene, die ein Bundesminister hier offensichtlich ablehnt (auch nichts Neues bei der Union).

Aber letzten Endes beruft Schäuble sich hier auf einen 2.000 Jahre alten Text (die deutschen Ausgaben sind selbstverständlich wesentlich jüngeren Datums und teils von glühenden Antisemiten – Martin Luther geschrieben). Was vor 2.000 Jahren richtig war, kann heute nicht falsch sein: Steinigungen, Menschenopfer, Folter zum Beispiel. Ob er mir da zustimmt?
Ist jedenfalls exakt der gleiche Gedanke.

Letzten Endes zeigt sich aber hier wieder der Konservativismus von seiner idiotischsten Seite. Nichts lernen, nichts ändern. Keine Argumente annehmen.

Amen.

Und ganz eigentlich hätte der Satz auch direkt von Alfred Tetzlaff („Ekel Alfred“) stammen.

Rage: Signal, Telegram – Privacy, Datenschutz – kennt’a?

Bei Signal – dem ach so sicheren Service – angemeldet. Eine Minute später angechattet worden. Deinstalliert. Bei Telegram angemeldet. Eine Minute später angechattet worden. Deinstalliert.

Was soll der Scheiß? Ich möchte nicht, nicht, nicht, dass jede_r der oder die meine Telefonnummer hat, mich mir nichts, dir nichts anchatten kann. Dann kann ich auch gleich zu WhatsApp gehen. Die kennen keine Privacy, keinen Datenschutz, aber zumindest behaupten die das auch nicht.

Ich erwarte ja nicht viel, aber wenigstens möchte ich nicht von irgendwem angesprochen werden, den ich nicht explizit hinzugefügt habe. Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?

EU-Leistungsschutzrecht für alle Internetunternehmen [Update]

Die t3n teasert

Die EU-Kommission erwägt ein Leistungsschutzrecht für Verleger einzuführen, das nicht nur für Suchmaschinen wie Google gilt. Damit würde das deutsche Leistungsschutzrecht in verschärfter Form europäisch.

Es geht darum, das das deutsche Murks-LSR sich nicht nur auf die gesamte EU erstrecken soll, sondern sogar ausgeweitet wird, sodass alle Unternehmen, die journalistische Textteile nutzen, zur Kasse gebeten werden können, z.B. auch facebook oder Twitter.

Wo das enden wird, ist nach den Erfahrungen mit dem LSR in Deutschland und Spanien wohl klar: die großen Unternehmen wie Google und facebook werden die Medien vor die Wahl stellen, entweder die Teile kostenlos zu bekommen oder rauszufliegen. Und die Verlage machen mit. die kleinen Unternehmen müssen zahlen und machen dann ggf. dicht.

So kann die EU natürlich auch die großen Unternehmen aus den USA stärken und die kleinen Startups, z.B. aus Europa, schwächen.

Man fragt sich wirklich, ob Politiker nur einen Moment nachdenken, bevor die Gesetze schaffen. Und bei Lobbyisten – hier vertreten durch Frank Überall vom DJV – scheint es nicht unbedingt besser auszusehen.

[Update]

Via BILDblog auf einen Artikel/Kommentar bei Mobilegeeks zum Thema gestoßen: Verquere Logik der EU-Kommission beim Verleger-Leistungsschutzrecht *Update*

Tolle Aktion, FC St. Pauli #BILDnotwelcome [Update] [Update 2] [Update 3]

Der DFB hat mit einer rechtspopulistischen Zeitung ausgemacht, für dessen Heuchelaktion kostenfrei zu werben und es allen Fussballvereinen freigestellt, da mitzumachen.

Der FC St. Pauli allerdings hat dankend abgelehnt, für die BILD Werbung zu machen bzw. diese bei ihrem Greenwashing zu unterstützen (hier das Statement).

Ach ja, die BILD stand natürlich schon immer für Weltoffenheit und gegen rechte Hetzem, nicht wahr, BILDblog?!

Das Blatt führte seine Leser in die Irre, nahm Hetzer in Schutz, ließ Hetzer gewähren, verdrehte die Wahrheit, dachtesichallerleischlimmeTheorienundSzenarienaus und bereitete damit die Kerbe, in die der Rassistenmob heute so wütend reinhackt.

Ups, da habe ich was falsch verstanden.

Jedenfalls zeigt Julius Diekmann, Kai Streicher, nee Kai Diekmann, wes Kind er ist. BILDblog so „Wer nicht für „Bild“ werben will, muss gegen Flüchtlinge sein„.

Es wäre zu hoffen, dass sich weitere Vereine dem FC St. Pauli anschließen.

Hier geht’s übrigens zu den FC St. Pauli Refugees-Welcome-Shirts. Im Fanshop gibt’s noch mehr tolle Sachen. Ich werde da auf jeden Fall was kaufen.

[Update]

Auch der 1. FC Union Berlin nimmt nicht an der Werbeaktion teil, sondern stellt das Anfang des Jahres gekaufte und noch nicht eingeweihte Fanhaus als Unterbringung für Flüchtlinge zur Verfügung.

[Update 2]

Auch der SC Freiburg, der VFL Bochuzm und der 1. FC Nürnberg verzichten auf die Teilname an der BILD-Promo-Aktion.  (Via neues deutschland)

[Update 3]

Auch der MSV Duisburg, 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig nehmen nicht teil (via BILDblog)

Einige Vereine werden das BILD-Logo auf dem Badge überkleben. Dies reicht imho nicht aus, die BILD-Aktion wird damit ja weiterhin unterstützt.

Wie Pegida-Demonstranten nicht ticken

Vor einiger Zeit wurde über eine Studie berichtet, bei der herausgefunden wurde, dass Pegida-Anhänger ganz normale Mittelstandsmenschen seien, die mit der Regierung und den Medien unzufrieden sind. Viele Menschen – Journalisten, Wissenschaftler und dergleichen – haben sich die Studie angeschaut. Und in der Luft zerrissen. Bei Frischer Wind gibt es einen langen Artikel mit vielen Links zu weiteren Besprechungen:
Was verrät uns die aktuelle Studie der TU Dresden über den “typischen” PEGIDA-Demonstranten?

Aside: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

Opalkatze hat in ihrem Blog unter dem Titel „In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?“ einen sehr guten (und wichtigen) Artikel über eine immer wieder vergessene Seite der Urheberrechtsverschärfungsforderungen der Rechteinhaber und -verwerter geschrieben: nämlich, dass immer wieder neue und verschärfte Überwachungsgesetze beschlossen werden, die uns irgendwann noch sehr teuer zu stehen kommen… lest selbst