EU-Leistungsschutzrecht für alle Internetunternehmen [Update]

Die t3n teasert

Die EU-Kommission erwägt ein Leistungsschutzrecht für Verleger einzuführen, das nicht nur für Suchmaschinen wie Google gilt. Damit würde das deutsche Leistungsschutzrecht in verschärfter Form europäisch.

Es geht darum, das das deutsche Murks-LSR sich nicht nur auf die gesamte EU erstrecken soll, sondern sogar ausgeweitet wird, sodass alle Unternehmen, die journalistische Textteile nutzen, zur Kasse gebeten werden können, z.B. auch facebook oder Twitter.

Wo das enden wird, ist nach den Erfahrungen mit dem LSR in Deutschland und Spanien wohl klar: die großen Unternehmen wie Google und facebook werden die Medien vor die Wahl stellen, entweder die Teile kostenlos zu bekommen oder rauszufliegen. Und die Verlage machen mit. die kleinen Unternehmen müssen zahlen und machen dann ggf. dicht.

So kann die EU natürlich auch die großen Unternehmen aus den USA stärken und die kleinen Startups, z.B. aus Europa, schwächen.

Man fragt sich wirklich, ob Politiker nur einen Moment nachdenken, bevor die Gesetze schaffen. Und bei Lobbyisten – hier vertreten durch Frank Überall vom DJV – scheint es nicht unbedingt besser auszusehen.

[Update]

Via BILDblog auf einen Artikel/Kommentar bei Mobilegeeks zum Thema gestoßen: Verquere Logik der EU-Kommission beim Verleger-Leistungsschutzrecht *Update*

Der Apologeten-Rap

Street Rap by Domnic Monahan

Street Rap by Domnic Monahan

Hey!

Du brauchst gar nicht zu beten.
Weil meine Apologeten, die gehn ab wie Raketen.

Und die Tropfen,
die steten,
die gehten,
bis zu den Kometen.

Und wir alle,
wir lebten,
und bebten.
bis zum Ende sie wehten.
Und die Flaggen,
die hebten, und schwebten,
und es schien, dass sie lebten.

Doch auf dem Planeten,
sie nähten,
und webten,
und mit Kathrine sie redten.

Bitte ganz laut vor sich hin rappen, damit keiner merkt, wie sinnfrei der Text ist.
Via @KathrineWagner

Bild: Street Rap von Domnic Monahan; Lizenz: CC BY-2.0

Stöckchen: irgendwas mit Schule und Lernen

School von CollegeDegrees360

School von CollegeDegrees360

Die Littlebinhh hat ein Stöckchen zur freien Mitnahme ausgelegt. Und ich habe mir dieses genommen…

Es geht dabei – wie der Titel schon sagt – um Schule und Lernen.

1. Non scholae sed vitae oder andersherum discimus?

Diese Frage ist (gar nicht) leicht zu beantworten: manche Dinge, die ich in der Schule gelernt habe, sind vollkommen überflüssig. Ich weiß zum Beispiel immer noch nicht, wozu ich Parabeln jemals brauchen könnte (mit parabelförmigen Flugbahnen habe ich kaum zu tun – bzw. eigentlich nie). Und Vektoren im n-dimensionalen Raum mögen ganz schön sein, aber wozu? (Dafür habe ich dann im Studium Wahrscheinlichkeitsrechnung gehabt und Statistik. Vor allem zweitgenanntes ist sehr hilfreich beim Zeitung- und Internetlesen.) Auch die Biologie der Unterstufe fand ich sehr langweilig (deshalb habe ich dann in der Oberstufe Physik Leistungskurs gemacht und den ganzen anderen MatNat-Kram abgewählt 🙂 ), später dann habe ich mich intensiv in Darwin und die Evolutionstheorie eingelesen und fand und finde es hochspannend.

2. Wenn Du versuchst Dich zu erinnern, war Deine Schulzeit zumutbar oder eher eine Zumutung?

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Bandcamp

bandcamp logoSeit einiger Zeit höre ich gern Psychobilly.  Allerdings habe ich nicht allzu viel Musik davon – einiges von The Cramps, ein paar Sampler und sonst eher Rockabilly und Ähnliches. Da ich eigentlich eh keine körperlichen CDs mehr höre, sondern nur noch MP3s, hatte ich mich entschlossen, gleich zu einem Online-Service zu wechseln, wo ich die entsprechenden Lieder bzw. „CDs“ kaufe. Mir war das Thema Kaufen (statt Streamen) wichtig, da ich eh selten am Rechner Musik höre, sondern eher in der Bahn oder im Auto. In der S-Bahn bzw. auf dem Smartphone könnte ich auch gestreamte (und lokal gespeicherte Musik) hören, aber im Auto benötige ich (MP3-) CDs.

Also fragte ich – wie üblich bei solchen Dingen – bei Twitter nach, welche Möglichkeiten es abgesehen von Amazon, Google und iTunes gäbe. Stefan hat mir den Tipp Bandcamp gegeben. Grundsätzlich sind die Preise für MP3s ähnlich wie bei den Großen (s.o.), jedoch nimmt Bandcamp, anders als diese nur eine Provision von 10-15%. (Ich meine, dass bei Apple/Amazon/Google mal 60% genannt wurde, finde aber gerade keine Quelle.) Das heißt, es kommt wesentlich mehr bei den Labels und damit bei den Bands an.

Selbstverständlich gibt’s da eher Independent-Musik, was einerseits ein bisschen schade ist, andererseits aber dazu ermuntert bzw. zwingt 🙂 neue Bands kennenzulernen.

Bei bandcamp ist toll, dass man für einen aus meiner Sicht geringen jährlichen Beitrag V.I.P Member eines Labels werden kann, damit einen kostenlosen Zugriff auf alle digitalen Produkte dieses Labels hat und bei nicht-digitalen (z.B. CDs) einen Nachlass erhält. Ich zum Beispiel bin V.I.P Member bei Diablo Records für €45/Jahr. Da sind wirklich tolle Bands dabei.

Btw. Anlass für diesen Artikel war eine Mail von Bandcamp, in der sie mir eine neue CD in meiner „Collection“ präsentierten.

Let’s Play

So in etwa vor einem Jahr fing ich an, Let’s Plays bei Youtube anzusehen. Was das ist? Eigentlich zeichnen Gamer auf, wie sie Computerspiele spielen bzw. deren Bildschirminhalt. (Irgendwie Sport im Fernsehen.) Viele kommentieren dabei, was sie machen, sehen, denken…

Bei Let’s Play gibt es zwei Meinungen

  • wie kann man nur Menschen beim Computerspielen zusehen?
  • spannende Sache, mache ich auch gern.

Dazwischen gibt es wohl nichts. Die Antwort auf die erste Frage habe ich oben ja schon gegeben (Stichwort Sport).

Aber warum tue ich das?

Nun ja, da gibt es mehrere Gründe:

  • Ich möchte das Spiel, um das es geht, kennenlernen. Vielleicht denke ich drüber nach, es zu kaufen und möchte vorher einen Eindruck gewinnen.
  • Ich stecke selbst in dem Spiel fest und möchte sehen, wie man weiter kommt.
  • Unterhaltung. Das Spiel ist spannend, der Let’s Player macht es gut. Eigentlich wie Fernsehen.

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Bezahlen im Internet I: wofür ich zahle

Toban B. - Without money

Toban B. – Without money

Beim BarCamp Nürnberg habe ich eine Session über Geldausgeben im Internet gemacht. Für den Bereich Zahlen im Journalismus habe ich vorher schon mal einen Artikel geschrieben (Artikel bezahlen im Web). Irgendwie scheint mich dieses Thema nicht ganz loszulassen 🙂
Andererseits, da ich auch für meine Arbeit bezahlt werden möchte… (abgesehen von diesem Blog selbstverständlich, aber das ist ja auch Hobby und keine Arbeit).

Aber nun Zitronensaft bei die Schnitzel: wofür zahle ich eigentlich so bei virtuellen Gütern und Services? Und warum?

Von Steam hatte ich ja bereits berichtet. Inzwischen habe ich 61 Spiele, und noch nicht alle aktiviert. Für drei Monate denke ich, ist das schon ne ganze Menge. Es hat mich ein kleines bisschen Überwindung gekostet, für virtuelle Güter zu zahlen, aber es ging dann doch – wobei ganz sicher auch von Vorteil war, dass viele davon Sonderangebote waren.
Andererseits ist es freilich so, dass sich das Business nur ins Internet verlagert hat: vorher habe ich CDs/DVDs gekauft, heute kaufe ich im Internet. Computerspiele sind ja immer virtuell.

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scienceblogs: Tim Hunt und der Twitter-Mob

Markus Pössel hat einen sehr lesenswerten Artikel über den „Shitstorm“ des „Twitter-Mobs“ auf Tim Hunt geschrieben: Tim Hunt und der Twitter-Mob

Btw. mir scheint, die *hüstel* etablierten oder selbsternannten Qualitätsmedien sind nur sauer, weil

  • sie die Deutungshoheit verlieren
  • weil ganz normale Menschen auch was zu sagen haben und gehört werden
  • weil plötzlich auch Wissenschaftler und Nobelpreisträger angegriffen werden können

Es wäre dieser Journaille zu wünschen, dass sie endlich einen Fenstersturz aus dem selbstgezimmerten Elfenbeinturm erhalten, in dem sie sich so selbstgerecht eingerichtet haben. Aber soll man’s ihnen verdenken? Sie sind inzwischen auch nicht glaubwürdiger als FIFA-Funktionäre. (Mir scheint es so, als ob beispielsweise beim Ukraine-Konflikt die größte Quelle von Verschwörungstheorien Welt, SZ & Co. sind.)

via BILDblog

Blogroll: Buerstenwurm und Novemberregen

Irgendwie wollte ich schon lange mal wieder einen Artikel hier schreiben, und immer wieder nehme ich es mir vor, aber dann kommt doch wieder etwas anderes dazwischen. Oder es fehlen die Themen. Oder es gibt Wichtigeres. Oder oder oder 🙂

Schon vor einiger Zeit (eigentlich wollte ich schon längst per Beitrag drauf hingewiesen haben…) habe ich buerstenwurm.de meiner Blogroll hinzugefügt. Es handelt sich um ein „Projekt“ von Malu Schäfer aka Basadai (@basadai), die dort beschreibt, wie es ihr mit ihrem dementen Vater ergeht; anders ausgedrückt, welche Geschichten/Erfahrungen sie als Tochter eines dementen Vaters macht. Unbedingt lesen!

Frau N. aka @novemberregen, die ich offline kennenlernte und mich dann erst über Twitter mit ihr verband, betreibt unter novemberregen.de ihren Blog, den ich euch auch dringend empfehle.

Fitbit

Prolog (*hüstel*)
Ich spreche hier von einem Fitbit-Device, kann aber aber keine Aussagen zu anderen machen. Vielleicht sind die besser oder billiger oder schöner…

fitbit

fitbit, 2762 Schritte gelaufen am aktuellen Tag

Vor kurzem habe ich mir einen fitbit one gekauft. Das ist ein Schritt-, Stockwerk- und Kalorienzähler, mit Schlafmessung und Weckfunktion. Ach, und social ist das Gerät auch noch, weil man sich mit anderen verbinden kann, und schauen, wer in den letzten sieben Tagen am meisten Schritte ging. Außerdem können Challenges abgemacht werden, zum Beispiel, wer eine Woche lang täglich mindestens 10.000 Schritte geschafft hat.

Ich habe gezögert, mir das Gerät zu kaufen, weil ich nicht ganz so viel von der Contestisierung unseres Lebens halte: immer dieses mit anderen messen, wer stärker ist, erfolgreicher, schöner, besser kocht, mehr schafft… Dieses dauernde Gegeneinander. Ich bin eher ein Freund des Miteinanders, zusammen ein Ziel erreichen.

Andererseits muss man sich ja nicht an diesen Challenges beteiligen.

So richtig hilfreich ist so ein Gerät, weil man sich selbst bewusst wird, wie viel (oder wenig) man sich so bewegt. Und man selbst daran arbeitet, das zu ändern. Ich versuche schon, meine 10.000 Schritte pro Tag vollzukriegen (mal klappt es und mal nicht). Und auch, jeden Tag 10 Stockwerke zu steigen (was eigentlich nie ein Problem ist). Und darum finde ich den wirklich gut.

Sonst kann das Gerät noch per Vibration wecken und anscheinend auch den Schlaf bewerten (nicht ausprobiert). Und man kann irgendwie auch eingeben, wie viel man getrunken hat…

Das Ding verbindet sich per Bluetooth mit dem Smartphone und hat einen Dongle für den Rechner dabei. Für Android (und ich glaube, iOS) gibt’s Apps, für Windows-PCs Software.

Epilog (*hüstel*)
Ich hatte meinen fitbit in der Bahn verloren 🙁 Dann es an die Bahn selbst („Fundservice“) und fitbit gemeldet – zum Löschen des Kontos. Aber dann hat fitbit mir einen neuen zugesandt!!111! Sehr cool, und danke dafür, Super Service!

Twitter, Quitter, Ello und Co. [Update 1, 2]

quitter

quitter

Twitter ändert schon seit einiger Zeit massiv das eigene Produkt und die dahinter liegende Politik/Philosophie. Don Dahlmann hat einiges dazu geschrieben. Und gerade hat Twitter angekündigt, dass nun auch fremde Tweets in der eigenen Timeline erscheinen können, wenn Twitter der Meinung ist, dass diese gefallen: wenn die eigenen Followings diese gut finden, oder der Algorithmus meint, dass man den entsprechenden Tweet mögen würde. Astrid hat sich dazu geäußert.

Tja, was soll ich dazu sagen?! Don und Astrid haben vollkommen Recht. Ich bin nicht bei facebook, weil mir die Anwendung zu fremdbestimmt ist und mir immer mehr die Kontrolle über die angezeigten Inhalte nimmt, und jetzt fängt plötzlich auch Twitter mit sowas an… Ich fand es bei Twitter super, dass ich selbst entscheiden konnte, was mir angezeigt wurde (und das auch noch ganz simpel chronologisch) – abgesehen von Werbung, aber da hätte ich noch nicht einmal etwas gegen ein Bezahlmodell.

Und nun möchte Twitter mit die Timeline mit fremden Tweets vollmüllen.

Ello

Ello

Nun ja, ich habe mir ein Invite für Ello (Nick „blariog“) geben lassen – wer außerdem eines möche, kann sich gern bei mir melden.

 

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