Blogparade Freiheit: Freiheit

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Gemeinsam mit der Astrid Christofori führe ich ja die Blogparade Freiheit durch.

In diesem Beitrag möchte ich nur ein paar Punkte anreißen, die mir zum Thema einfallen. Ein, zwei, drei (?) weitere Artikel, in denen ich ein bisschen ausführlicher auf einzelne Punkte eingehe, folgen noch.

Freiheit. Was ist das eigentlich?

Fangen wir mal ganz klassischen und „wissenschaftlich“ an… mit einer Definition.

Wikipedia beginnt den entsprechenden Artikel wie folgt

Freiheit (lateinisch libertas) wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts.

Mit anderen Worten gibt es verschiedene Möglichkeiten, aus denen man ohne Zwang auswählen kann.

Zum Beispiel kann ich das Atmen einstellen, wenn ich das will. Okay, nur für eine bestimmte Zeit, dann falle ich in Ohnmacht und atme unwillkürlich weiter. Also ein schlechtes Beispiel. Ich kann aus dem Fenster springen, wenn ich will. Oder es halt lassen. Aber wenn ich gesprungen bin, habe ich weniger Freiheiten. Hier, in der Wohnung, würde ich mir wahrscheinlich etwas brechen oder zumindest prellen. Wenn ich vom Shanghai Tower (Aussichtsplattform auf 561 Meter) springe, habe ich schlechtere Karten. Danach habe ich also eigentlich keine wirkliche Auswahl mehr – schade*

Also kann aus Freiheit Unfreiheit werden und umgekehrt.

Umgekehrt?

Als winziger Säugling hatte ich keine Freiheit. Also ich konnte mich nicht frei entscheiden**, weil mir die Intelligenz dazu fehlte. Aber irgendwann dann war ich soweit.

Somit gehört zu Freiheit auch eine gewisse Menge an Intelligenz. Das heißt, ich muss auswählen können. Ich hatte das gerade beim Atmen auch kurz beschrieben: ich kann den Atem anhalten, bis ich ohnmächtig werde (wahrscheinlich, ich probiere das jetzt nicht aus), aber danach übernimmt mein Körper die Kontrolle. (Dies gilt selbstverständlich auch für andere, entsprechend intelligente Tiere.)

Zwang zur Auswahl?

Wenn ich eine Auswahl treffen muss, bin ich dann noch frei? Oder wäre damit die Freiheit passé? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: sinnvoll endet jede Freiheit irgendwo. Wenn ich im Restaurant sitze und mir die Karte anschaue, habe ich folgende Möglichkeiten

  • Auswahl einer Sache
    • Getränk 1
    • Getränk 2
    • Essen 1
    • Essen 2
  • Auf eine Auswahl verzichten

Mehr gibt es an der Stelle nicht. Andererseits haben wir damit eine Meta-Auswahl – ist ja auch schon mal was. Andererseits gibt es einige Zwänge, die uns einengen

  • wir können nur Dinge von der Karte auswählen oder diese zumindest abwandeln
    • geht: eine Pizza Quattro Stagioni mit extra Ei
    • geht nicht: im vegetarischen Restaurant ein Rindersteak
  • wir haben nur eine begrenzte Zeit

Also wird unsere Freiheit immer eingeschränkt. Entweder von äußeren Umständen (Atmen bei Ohnmacht, nicht fliegen können…) oder von der Freiheit anderer Menschen.

Und nun – oh wie praktisch 🙂 – sind wir bei der sozialen Grenze:

Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo sie die Freiheit eines anderen einschränkt. Letzten Endes gibt es hierzu einen anderen schönen Begriff – die Goldene Regel

Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.

Wenn man sich den Wikipedia-Artikel zur Goldenen Regel durchliest, fällt auf, dass sie in allen Religionen und Philosophien vorkommt, sie also universell ist. Die Version von Immanuel Kant – der Kategorische Imperativ ist ebenfalls sehr bekannt, geht aber schon sehr weit:

Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

Geht sehr weit insofern, als dass aus dem Handeln einer Person ein Gesetz geschaffen werden könnte. Und das ist schon sehr viel… mir eigentlich zu viel.

Apropos zu viel: so viel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben in diesem allgemeinen Blabla zum Thema. Deshalb ende ich jetzt…

* zum Thema Suizid werde ich jetzt kein Fass aufmachen. Nur so viel: ich finde, der Gedanke, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, hat sehr viel
** und nein, ich werde jetzt nicht das von mir sehr geliebte oder gehasste Fass „Determinismus oder Willensfreiheit“ aufmachen

Bild: eMilLinA*s – + freedoM* – Lizenz CC BY-NC 2.0

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