Fluchtursachen bekämpfen

Furfante - Pollution

Furfante – Pollution

Immer wieder hört man, insbesondere von konservativen Menschen, man müsse Fluchtursachen bekämpfen anstatt Geflüchteten zu helfen. Nun ja, es ist eine Binse, aber es steckt mehr dahinter.

Zunächst einmal die Frage, was die Aussage soll. Ja, es stimmt, wir müssen vor allem Fluchtursachen bekämpfen. Aber dadurch, dass ich oder jemand anders das sagt, ändert sich nichts. Ich meine, wenn ich sage, ich müsse mehr Sport treiben, werde ich auch nicht fitter. Also, was soll das? Eigentlich würde sich ja ein Folgesatz anbieten, sowas wie „aber das müssen wir international machen“ oder „wir führen den Kampf gegen den Terror doch schon“ oder so. Aber mir scheint, dass da nichts kommt.
Warum?

Weil dann viel zu klar wird, dass dahinter nur Unsinn steckt?!

Fluchtursachen bekämpfen. Fängt schon bei uns an.

Zum Beispiel habe ich heute in der aktuellen National Geographic (Print) gelesen, dass in Grillkohle – sogar die als FSC zertifizierte – Tropenholz enthalten ist. Und in Grillkohle aus „reiner Buche“ soll dies ebenso der Fall sein.

Geht mal in eure Küche und schaut die Produkte an, die Fett enthalten (Margarine, Nuss-Nugat-Creme etc.) – für Palm-Plantagen wird ebenfalls Regenwald abgeholzt.
Und in vielen Fällen werden zudem noch Menschen enteignet, wenn der Grund für sowas gebraucht wird.

Schaut mal, woher die ganzen seltenen Erden und Metalle kommen, die in unseren Elektrogeräten stecken. Schaut euch an, wie die Menschen arbeiten müssen. Wenn ihr stark genug seid.

Oder Gold, ist ja auch in Smartphones und Co. enthalten. In Ländern ohne starkes (Arbeits-) (Menschen-) Recht wird es mit Quecksilber gewaschen. Schaut es euch an. Wenn ihr stark genug seid.

In Bezug auf die Wirtschaft gibt es noch weitere Punkte: in der EU subventionierte Güter werden in ärmeren Ländern auf den Markt geschmissen und damit der Wirtschaft dort geschadet.

Außerdem ist Deutschland ein wichtiger Hersteller und Exporteur von Waffen. Die landen nie in den Händen von Antidemokraten, Terroristen und Mafiosi. Sowas gibt es nicht in der Türkei oder in Saudi-Arabien.

Dass der „Krieg gegen den Terror“ für die Einwohner der Länder als terroristischer Akt gesehen wird, ist klar – wenn man bedenkt, dass schon mal Krankenhäuser bombardiert werden. Und es werden auch Diktatoren unterstützt, wenn diese nur gegen Daesh sind.
Ich meine, Erdogan ist ja auch nur ein offizieller Feind, inoffiziell wird nichts unternommen.

Wir Leute in den Industrienationen sind natürlich nicht an allem Schuld, was dort falsch läuft, aber wir müssen zu unserer Verantwortung stehen. 

Bild: Furfante – Pollution Lizenz: CC BY-ND-2.0

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