Krautreporter – das war’s

Kündigung KrautreporterJa, wie man hier sieht, habe ich nun endlich mein Krautreporter-Abo gekündigt. Ich war schon lange unglücklich mit dem Magazin. KR war damals mit dem Slogan gestartet, der Online-Journalismus sei kaputt und sich als Lösung präsentiert.
Ich sehe eine Lösung weiterhin auch im Crowdfunding, Genossenschaftlichen und so, aber der KR ist für mich gescheitert.

Warum?

Ein Problem des Journalismus ist die Gleichförmigkeit in den Redaktionen – weiße, mittelalte Menschen aus Mittelstandsfamilien. Und genau da sehe ich bei KR auch. Da wird dann über ALG 2 (Hartz IV) berichtet, und die Information, wie viele Bescheide falsch sind – gerichtlich aufgehoben werden – ist nur eine Randnotiz. Dass diese Menschen eventuell gar nichts mehr zu essen haben, ist offenbar nicht wichtig.
Und dann schreiben Leute davon, dass sie Eigentum in Berlin haben wollen und wie sie dann mitten in Berlin gebaut haben – fehlt nur noch die Cartier-Werbung daneben.
Und dann diese ganzen Artikel darüber, wie diese ach-so-hippen, progressiven, aber doch immer gleichen Menschen leben, fühlen, arbeiten, essen. Ich sehe diese Leute immer direkt vor mir: bärtig, Anfang 30, waren im Web-Bereich, Marketing o.ä. und suchen jetzt irgendwas Neues. Letzten Endes kann ich mir sehr gut daraus eine Persona zusammenbauen, die aber nichts mit mir zu tun hat.

Man könnte es auch so ausdrücken: KR ist ein Magazin für genau das oben skizzierte Persona, und das bin ich nicht.

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