Ein Jahr Krautreporter

Die Krautreporter gibt es jetzt ein Jahr (oder so). Also los, Böller, Feuerwerk, tolle Reden, Standing Ovations, Beflaggung und derart mehr.

Naja, nicht ganz. Zumindest nicht aus meiner Sicht. Ich kann noch nicht mal sagen, was ich mir vorher vorgestellt habe. Aber ich kann sagen, dass es wohl nicht das ist, was geliefert wurde.

Es gibt nicht mehr jeden Tag ein Artikel. Das ist nicht schlimm, wenn man bedenkt, das z.B. bei der Süddeutschen so an unredigiertem Schrott veröffentlicht wird. Da möchte ich lieber weniger und dafür gute Artikel, als mehr und dafür voller Rechtschreibfehler und un-beendeter Sätze.

Was ist es also? Ich gehe einmal in der Woche zu den KR und lese dort. Beziehungsweise lese nicht. Es gibt dort wenig, was nicht auch bei der Süddeutsche Magazin stehen könnte. Die Inhalte könnten ebenso gut bei der Zeit stehen oder einem anderen – klassischen – Magazin. Ich weiß, für richtig gute Underground-Recherchen braucht man viel Zeit und Geld und das ist bei KR knapp. Aber trotzdem müssen es nicht immer dieselben Mainstream-Themen sein. Die Artikel könnten einfach überall stehen.

Warum nicht einfach mal irgendwelche Leaks-Dokumente analysieren? Die sind fertig und liegen irgendwo rum.

Oder eine Reportage über eine gelenkte oder gar nicht-Demokratie, die nicht im Fokus des Interesses steht?

Wobei ich mir gerade mehr Analysen wünschen würde, von Gesetzesvorhaben oder Wünschen von Lobbygruppen. Von TTIP oder CETA.

Ich habe diese Ideen nicht gegenüber KR geäußert, die kamen mir jetzt gerade erst.

Naja, aber aller Anfang ist schwer, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und jeder hat das Recht auf eine zweite Change. Aus diesem Grunde werde ich KR ein weiteres Jahr unterstützen.

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