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Please pay here, by stevendepolo

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Richard Gutjahr hat sich ja vor einiger Zeit mit LaterPay zusammengetan und setzt diese Art der Finanzierung der eigenen Arbeit inzwischen auch ein.

Ich habe mir mal ein paar Gedanken darüber gemacht, was ich von den üblichen Methoden halte bzw. warum ich LaterPay als für mich sinnvollste Methode sehe.

Klassisches Abomodell
Tolle Sache: sehr einfach, mir wird jeden Monat der Betrag x vom Konto abgezogen, ich muss nichts mehr tun. Der Verlag kann dazu noch mit meinem Geld rechnen und weiß somit, wie viel er im kommenden Monat sicher hat.
Naja, so toll ist das für mich nicht: ich zahle jeden Sch… mit – Feuilleton, Aktienkurse, Sport. Reichlich Dinge, die mich nicht interessieren. Wenn ich (damals) eine Papier-Zeitung gekauft habe, sind Feuilleton und Sportteil gleich ungelesen in die Papiertonne gewandert. Ich kann mit beidem nichts anfangen.
Und außerdem: was ist, wenn ich mich ab und an mal für einen Artikel interessiere?! Die SZ kostet im ePaper 30 Euro im Monat. Ganz schlechtes Geschäft (für mich).

Außerdem zahle ich Monat für Monat. Wenn ich mal keine Zeit oder Lust zum Lesen habe, krank bin, im Urlaub, überarbeitet. Wenn es mal gar keine interessanten Artikel gibt… (Ich hatte schon häufiger drüber nachgedacht, die GEO zu abonnieren. Und kaum war ich drauf und dran, kam eine uninteressante Ausgabe auf den Markt…)

flattr
Hmm, hat so einige Besonderheiten: zum einen ist es kein klassisches Bezahl-, sondern vielmehr ein Belohnungsmodell. Irgendwer hat einen tollen Artikel geschrieben und ich bringe, das Tollsein zum Ausdruck, indem ich auf den flattr-Button drücke. Insgesamt funktioniert flattr so, dass ich am Monatsanfang einen Beitrag auf das Konto überweise und den flattr-Button dann fröhlich drücke. Am Ende wird mein Betrag auf eine Drückungen gleichmäßig verteilt. Schön ist, dass es klar ist, wie viel ich in dem Monat ausgebe. Unschön ist, dass je mehr Artikel ich gut finde, desto weniger diese mir letztendlich wert sind.
Wenn ich 10€ überweise und zwei Artikel gut finde, bekommen die Autoren je 5€. Wenn ich allerdings 20 Artikel gut finde, sind das nur noch 50 cent.
Nicht so ganz mein Ding…
Andererseits ist ein großer Vorteil von flattr die relativ große Verbreitung. Mir wäre es tatsächlich am liebsten, bei einem (oder zwei) Anbieter ein Konto haben und darüber zu zahlen.

taz-Paywahl
einen anderen, spannenden, Weg geht die taz mit ihrer „Paywahl„: die Artikel sind kostenlos lesbar, aber der Besucher bekommt einen Hinweis, dass er freiwillig zahlen möge. Dort können einzelne Artikel (sowie als Abo) finanziell belohnt werden. Der eigene Beitrag kann 30 cent bis mehrere Euro für einen Artikel betragen.
Eine sehr gute Idee, die laut taz auch gut angenommen wird. Die Zahlbitte stört nicht wirklich und der Besucher kann sich selbst überlegen, wie viel der Artikel wert ist.
Leider kann ich dort nur für die taz zahlen und kein Nutzerkonto für weitere Medien einrichten, aber ein mutiger Schritt in die richtige Richtung.

LaterPay
Von LaterPay hatte ich ja bereits geschrieben und auch ein paar Artikel von Richard Gutjahr verlinkt. LaterPay hat den Vorteil, dass das System verlags- bzw. Seitenunabhängig ist (wie flattr auch). Das heißt, ich kann mir dort ein Konto einrichten und bei vielen verschiedenen Seiten (die hoffentlich bald teilnehmen) damit zahlen. LaterPay hat außerdem den Vorteil, dass es ein Rückgaberecht gibt: wenn ein Artikel oder ein Extra doch nicht so toll war, kann die Zahlung widerrufen werden. Das hat für alle Seiten Vorzüge: ich als Nutzer kann mich an das System gewöhnen und gehe kein (nicht einmal kleines finanzielles) Risiko ein und die Anbieter (Journalisten…) können lernen, was sich verkauft und zu welchem Preis.

Weitere?
Möglicherweise gibt es noch weitere, gute Methoden, die ich nicht kenne. Ich freue mich darauf, von diesen in einem Kommentar zu lesen.

Bild „Please pay here“ von stevendepolo Lizenz: CC BY 2.0

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