„Onlinepetitionen sind die Pest“

Der Titel ist ein Zitat von @sascha242:

Und da hat er vollkommen Recht. Gegen jedes Ärgernis wird heute eine Petition gestartet. Ich war ja früher auch bei diversen Petitionsnetzwerken registriert, aber schon seit längerem wurde es tatsächlich immer lächerlicher. Bei der ersten, ich weiß nicht, war es Avaaz oder Campact oder sonst eine?, habe ich den Newsletter abbestellt, als eine Petition gegen Nivea gestartet wurde, die wohl Hormone (oder so) in einer Creme verwendet haben. Anstatt eines Boykott(aufruf)s dieses Produkt durch die Kund_innen, wurde eine Petition gestartet. Das ist ja auch keine Arbeit, man muss nicht die Gewohnheiten umstellen, es können auch gänzlich Uninteressierte (die z.B. eh nichts von dem Unternehmen kaufen) teilnehmen (und somit mehr Druck aufgebaut werden)…

Genau so ist es: aus diesem Grunde hatte die Lanz-Petition auch keinen Erfolg*. Weil jeden Tag Petitionen über mehr oder minder (meist zweitgenanntes) sinnige Dinge gestartet werden. Sie müssen nicht mehr ernst genommen werden, weil sie sich selbst nicht mehr ernst nehmen.

Mancher mag sich noch daran erinnern: es gab schon Zeiten, da haben Petitionen mit 500.000 internationalen Unterzeichnungen wirkliche Wirkung gezeigt. Und heute wird eine mit 200.000 deutschen Unterschriften einfach ignoriert. Es hat einen Grund, und der ist imho Überfütterung.

* Hierzu noch eine kleine Fußnote: ZEIT-Herausgeber Josef Joffe vergleicht die Lanz-Petition mit dem „Kauft nicht bei Juden“ aus Nazideutschland. Eine Zeitung, die von einem Shoa-Relativierer herausgegeben wird, muss man imho wirklich nicht lesen. (Deshalb kann ich auch die Zeit nicht direkt verlinken.)

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