Blogparade: Was zeichnet die Führungskraft der Zukunft aus?

Bei Netmedia.de gibt es eine Blogparade zur Führungskraft der Zukunft, bei der Bianca Gade folgende Fragen als Leitfaden vorschlägt

Stelle Dich kurz vor: Wer bist Du? Was machst Du? Aus welcher Perspektive schreibst Du? Und was reizt Dich daran an der Blogparade mitzumachen?
Wer ich bin? Mario H.
Was ich tue? Einen neuen Job im Projektmanagement suchen.
Welche Perspektive? Vom nicht-führenden zum führenden Arbeitnehmer bewege ich mich mehr und mehr, wobei ich viele Jahre nicht geführt habe. Andererseits mache ich gerade eine Fortbildung zum Projektmanager und dabei muss ich mich freilich auch mit den Themen dieser Blogparade beschäftigen.
Warum mache ich hier mit? Weil ich Blogparaden mag. Weil ich Bianca mag 🙂 Weil ich das Thema hochspannend finde.

Welche persönlichen Situationen (z.B. aus Deinem Arbeitsumfeld) wurden als sehr motivierend, welche als sehr demotivierend empfunden?
Wenn ich so an meine eigene Geschichte denke, fällt es mir relativ leicht, die Teile zu abstrahierern, die mich motivierten bzw. demotivierten.
Motivation

  • Entscheidungen fällen (und ggf auch vertreten) lassen
  • als Experten anerkennen

Demotivation

  • das Gegenteil vom obigen
  • den Menschen nicht als solchen mit eigenen Interessen und Bedürfnissen anerkennen

Wie wichtig sind Dir Belohnungen wie Karriere, Geld und Auto, etc.?
Geld/Bonus
Ein Arbeitgeber hat nichts zu verschenken, das sollte dem Mitarbeiter, der Mitarbeiterin klar sein. Der klassische Bonus ist ein Zeichen des Misstrauens: der Arbeitgeber denkt, der Arbeitnehmer würde sich nicht richtig anstrengen für das normale Gehalt und legt deshalb noch etwas drauf. Andererseits werden Ziele manchmal eher hoch gesetzt, sodass der Arbeitnehmer versucht ist, Überstunden zu machen, um diese zu erreichen. Überstunden werden normalerweise nicht bezahlt, sodass der Bonus die Bezahlung bildet.

Laptop/Handy zur Privatnutzung

Wer lässt sein Firmenhandy nach Feierabend im Rollcontainer bzw. nimmt es nicht mit nach Hause? Ergo: warum gibt das Unternehmen Handys aus?
Beim Laptop ist es das gleiche.
Nicht, dass ich etwas dagegen hätte. Ich habe den Laptop schon häufiger mit nach Hause genommen, um noch etwas zu erledigen, zu testen oder ähnliches. Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass das Unternehmen einen Grund hat, diese Geräte auszugeben.

Karriere
Da stellt sich die Frage, wie der Begriff verstanden werden soll. Wenn wir „Karriere“ als bestpassendste Verantwortungserweiterung verstehen, ist das für mich perfekt. Ich weiß, es klingt ein wenig verschwurbelt, aber wenn Karriere nur der Weg nach oben ist, d.h. Personalverantwortung, dann ist es nicht immer die beste Lösung. Jeder kennt Leute, die Experten sind, aber eben nicht führen können. Solche Leute sollten Fachverantwortung bekommen, also sich weiterbilden in dem Bereich, in dem sie Experten sind (1&1 z.B. sieht diese Möglichkeit explizit vor).

Wie kann Dich Deine Führungskraft motivieren? Z. B. um neue Ideen einzureichen, um neue Projekte anzugehen oder um Dich weiter zu bilden? Kann sie es überhaupt?
Ein Dritter kann nicht motivieren, das kann der Betreffende nur selbst. Aber man kann ein motivierendes Umfeld schaffen.
Um an neue Ideen zu kommen, muss ein Arbeitgeber „nur“ dafür sorgen, dass diese auch angenommen werden. Ich denke, dass den meisten Menschen die Prämie, die es bei einigen Unternehmen gibt, nicht so wichtig ist. Wichtiger ist, dass die Menschen merken, dass sie ernst genommen werden, dass ihre Ideen ankommen, dass sie etwas bewegen können.
Bei der Fortbildung ist es mit mir allerdings am einfachsten: wenn mein Arbeitgeber mir die Fortbildung zahlt, nehm ich auch Urlaub. Aktuell würde ich ganz gern IPMA 4-L-Q machen oder auch das V-Modell XT. Allerdings ist beides nicht gerade billig und da würde ich mir wünschen, dass mein Arbeitgeber mich da finanziell unterstützt.

Was sollten Führungskräfte aus Deiner Sicht von sozialen Netzwerken im Internet unbedingt lernen?
Wenn man bedenkt, dass ich facebook erst vor kurzem den Rücken gekehrt hatte, weil es mir zu oberflächlich war, fällt mir diese Frage sehr leicht: nicht oberflächlich sein. Wer die Frage „wie war dein Wochenende?“ stellt, muss auch bereit sein, sich mit der Antwort zu beschäftigen. Und das kann eben auch bedeuten, eine Entgegnung zu „meine Mutter ist gestorben“ zu finden, die über ein geheucheltes „Beileid“ hinausgeht.
Des Weiteren sollten Führungskräfte sich nicht bei facebook mit ihren Untergebenen befreunden bzw. es hierbei nicht übertreiben. Es gibt Grenzen zwischen Hierarchien, diese haben einen Sinn und sollten nicht unnötig eingerissen werden.
Beispiel: gestern habe ich noch mit meinem Abteilungsleiter über ein lustiges Video gewitzelt, heute überreicht er mir die Kündigung wegen Personalabbaus. (Ich möchte weder in der Haut des Vorgesetzten noch in der des Untergebenen stecken.)

Konklusion
Ein Mitarbeiter wird in zwei Währungen bezahlt, mit der einen sorgt er für sein Leben, mit der anderen für sein Wohlbefinden. Die eine wird in Euro berechnet, die andere in Wertschätzung.

Die andere Seite
Selbstverständlich muss man sich diese Möglichkeiten auch verdienen. Als ich ein Team führte, fragte ich bei Problemen (genauso wie ich es gelernt hatte) „warum ist das so? Ich möchte es nur verstehen“ und bekam nie eine Antwort. Für mich war das frustrierend, weil ich ja auch der Firmenleitung berichten musste.
In diesem Sinne muss auch der „einfache“ Arbeitnehmer bedenken, dass auch er eine Quelle der Motivation ist – für die Kolleg_innen auf der gleichen Ebene, aber auch für die Vorgesetzten.

Ähnliche Artikel:

2 thoughts on “Blogparade: Was zeichnet die Führungskraft der Zukunft aus?

  1. Danke für den Post! Ich kann mich Deiner Schlussfolgerung zur zentralen Rolle von Wertschätzung nur anschließen. „Die andere Seite“ am Schluss ist ein großartiger Gedanke, der bestimmt noch einen eigenen Blogpost wert ist 🙂

  2. Danke für deinen Kommentar, Tobias. Ich werde mal schauen, ob ich zu dem Thema „die andere Seite“ mal einen eigenen Artikel schreibe, die Idee ist jedenfalls super.

Comments are closed.