Jörg Tauss und die Piraten (Austritt)

Jörg Tauss ist dem Wunsch des Vorstandes der Piratenpartei gefolgt und ausgetreten (PM der Piratenpartei).

Damit zeigt sich imho, dass die Piratenpartei auch nur eine Partei ist, genau wie FDP, Union und Grüne, und nichts mehr. Tauss ist vom Gericht in Bezug auf Pädophilie freigesprochen worden, er hat bei seinen Recherchen seine Kompetenzen überschritten. Klar, ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich in der Fußgängerzone als Pädophilenverein beschimpfen lassen müssen. Aber andererseits gehöre ich zu den Menschen, die es als wesentlich schwerwiegender fanden, dass die Piraten einen eigenen Sarrazin im Vorstand hatten (nur nicht so links). Dafür interessierte sich die Presse selbstverständlich nicht, also musste auch nichts getan werden. Aber als dann Tauss verurteilt war (wobei das Urteil nicht rechtskräftig ist), ging alles sehr schnell. Traurig.

Ich werde auch meine Konsequenzen ziehen: der Piratenbanner in der Sidebar ist weg und Werbung für die Piraten gibt’s von mir auch nicht mehr.

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3 thoughts on “Jörg Tauss und die Piraten (Austritt)

  1. Hi Mario,

    ich denke, da sind ein paar Sachen anscheinend nicht richtig rüber gekommen, und ich finde deine Reaktion nicht ganz fair.

    Dass der Vorstand ihn zum Austritt aufgefordert hätte stimmt nicht. Die PM, aus der du das herausliest, ist eng abgestimmt mit Jörg Tauss mit seinem Einverständnis veröffentlicht worden. In ihr wird ja auch ganz deutlich die mediale Vorverurteilung und der schmutzige Beigeschmack des ganzen Verfahrens kritisiert. Eine weniger neutrale Aussage zu Tauss wäre imho nicht möglich gewesen, da bei uns eben nicht der Vorstand entscheidet und unter den Mitgliedern das Thema nicht unumstritten ist. Gefühlt gibt es zwar eine Mehrheit pro Tauss, aber es gab doch einige, die seinen Austritt forderten.
    Ich möchte aber nochmals darauf hinweisen, dass sein Austritt von ihm ausging und er nicht dazu gedrängt wurde, eher im Gegenteil.

    Zu Stefan ‚Aaron‘ Koenig: es stimmt nicht, dass die Presse nichts darüber schrieb. Die TAZ hat mehrmals darüber berichtet, SPON Netzwelt auch, und noch ein paar andere. Es stimmt noch weniger, dass gemeint wurde, es müsse nichts getan werden. Ich wage mal die Behauptung, dass 99% der Piraten ihn so schnell wie möglich loswerden wollten. Ich habe ihn mit anderen bereits Anfang Dezember zum Rücktritt aufgefordert, viele andere folgten später. Da er nicht ging, gab es letzten Endes keine Handhabe; leider hatten auch Teile des Bundesvorstands kein ausreichendes Problembewusstsein hatten. Aber daran lässt sich halt bis zur nächsten Wahl nichts ändern. Koenig wurde am Bundesparteitag fast einstimmig nicht entlastet, ein größeres Zeichen konnte man nicht setzen, er war ja schon ausgetreten. Was willst du mehr?

    Zudem: Wenn du die Piraten auf die Aussagen des Vorstands reduziert, handelst du letztendlich nicht anders als die Presse. So könnte vielleicht der Eindruck entstehen, wir wären wie die Altparteien; ich bin mir aber sehr sicher, dass wir eben nicht so sind.

    Ich fände es schade, wenn du deine Sympathien für die Piraten von einer Personalie abhängig machst, da es eigentlich ein sehr vielfältiges, breites Projekt ist.

    Viele Grüße
    Alex

  2. Hi Alex, schön wieder von dir zu hören. Danke für den Kommentar und die Aussagen aus erster Hand.
    Dass der Vorstand Tauss zum Austritt aufgefordert hat, verstehe nicht nur ich so, sondern auch die SZ und mindestens ein Blog-Kommentator (mehr Aussagen zu diesem Thema habe ich nicht gefunden). Was ich ein bisschen komisch finde, wenn in der PM nicht um Austritt gebeten wurde, dass Tauss direkt nach dem Urteil sagt, er wird die Begründung abwarten und sich dann über den Verbleib entscheiden und einen Tag später austritt. Mir klingt das nicht ganz koscher…
    Zu König: auf mich wirkte es tatsächlich so, als ob werauchimmer den Typen einfach ausgesessen hat. (Irgendwann würde schon die nächste Wahl kommen und er dann nicht wiedergewählt werden.) Ich habe in diversen Blogs den Ärger über ihn gespürt, aber nie gemerkt, dass sonst irgendwas passiert. Das hat mich sehr gestört.
    Vielleicht habe ich durchaus von den Piraten zu viel erwartet. Aber vielleicht war die Tauss-Geschichte auch nur ein willkommener Anlass, sich zu lösen. Vielleicht habe ich diesem Artikel mehr Pathos verpasst, als angemessen gewesen wäre. Mit anderen Worten: ich behaupte nicht, dass ich fair gewesen bin.
    Vielleicht wirst du auch irgendwann mal wieder den Piratenbanner hier sehen…
    Btw: toller Avatar – ich liebe Woodstock!

  3. Der LVV Vorstand hat ganz sicher nicht zum austritt aufgefordert, da war ich dabei. Es gab aber durchaus Parteiintern viele Kritiker – vermutlich auch im Bundesvorstand. Jörg musste aber niemand auffordern, er wusste was mit seinem Makel der Partei am besten tut – und die tatsache dass er den Piraten immer noch hilft spricht ja dafür, dass er nicht der Partei grollt.

    Wenn dir die Blog Post hier nicht reicht:

    http://www.tauss-gezwitscher.de/?p=1006

    kannst du Ihn ja persönlich fragen. Wegen Falschinformationen in der SZ die Parteriuntersützung einzustellen ist ziemlich genau das, was „Sie“ erreichen wollen.

    Gruss
    Bernd

    Gruss
    Bernd

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