Rentenaltererhöhung – schon komisch

Wieder einmal wurde vorgeschlagen, das Rentenalter zu erhöhen. Wenn ich mir so die Geschenke unserer Regierung an die heutigen Rentner ansehe, werde ich wohl bis zu meinem 100. Lebensjahr arbeiten müssen…
Aber das soll gar nicht das Thema sein. Vielmehr frage ich mich, warum immer Fast-Rentner gegen die Erhöhung des Rentenalters sind. Heute schon wieder. Diejenigen, die hier wieder mal den Lauten machen, werden doch eh entweder als Politiker in Rente gehen, wenn sie entmündigt werden müssen oder vergolden sich den Lebensabend mit satten Beraterverträgen.
Die haben doch mit meiner Rente absolut nichts zu tun. Die einen sind Status Quo-Typen, die gern in den 80er-Jahre-Mief zurückkehren würden, die anden widerliche Populisten, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als die Wähler zu vera*schen.
Und diese lassen es fröhlich mit sich machen…

Und wir – gar nicht nah-Rentner – können uns darauf vorbereiten, dass wir alle fünf Jahre etwas neues hören… bis die Wähler endlich mal die Politiker abstrafen…

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8 thoughts on “Rentenaltererhöhung – schon komisch

  1. Ich finde ja, dass es Unsinn ist das Rentenalter zu überhaupt erhöhen. Das eigentliche Problem ist, dass real zu wenig Leute heute mit 65 gehen, denn sie gehen eher… und die sollen dann 2 Jahre länger bleiben oder noch mehr Abzüge in Kauf nehmen? Ist doch nur Zahlenschieberei zugunsten der Rentenkassen.

    Und natürlich kann man als Politiker oder Manager mit 80 Jahren noch arbeiten, aber verlang das mal von einem Dachdecker, Maurer oder auch irgendjemandem, der den ganzen Tag auf seinem Bürodrehstuhl vorm Computer hockt.

    Und wie die jungen Leute an einen Arbeitspatz, vielleicht sogar einen unbefristeten, kommen sollen, wenn die „Alten“ nie Platz machen (dürfen), sei mal ganz dahingestellt.
    .-= ´s last blog ..Ulrich Mühe =-.

  2. Danke für den Kommentar, Nancy,
    Du hast einige sehr wichtige Sachen geschrieben. Aber wie würdest du das Rentenproblem lösen. Klar, es handelt sich um ein hausgemachtes Problem der Rentenversicherung, die sich einfach darauf verließ, dass die Menschen gute Christen sind und nicht verhüten – aber dann kam es doch anders…
    Was kann man machen, um eine Rente zu ermöglichen, die ihren Namen auch verdient, die aber gleichzeitig bezahlbar ist?
    Rentenbeitrag erhöhen geht kaum mehr, Rente runter ist auch schwierig, mehr Steuern ist bei der aktuellen Haushaltslage nicht zu machen…
    Was also tun?

  3. Hm, du stellst mir Fragen und ich bin ja nur ein popliger, unstudierter FaMI. Da kann man mir ja nicht die ganzen Probleme zur Lösung vorlegen… 😉

    Aber irgendwie läuft ja alles ineinander, man muss das in einem größeren Rahmen sehen. Wenn ich mehr Leute in Lohn und Brot bringe, zahlen schonmal mehr in die Rentenkassen ein. Wie schaffe ich das? Wöchentliche Arbeitszeit verkürzen, Altersteilzeit weiter laufen lassen (bzw. wieder einführen).

    Junge Leute bekommen außerdem meist ihre Kinder, wenn sie gewissen Sicherheiten wie z.B. einen unbefristeten Arbeitsvertrag oder räumliche Nähe zum Partner haben. (soweit mein Empfinden)

    Und warum gibt es eigentlich Menschen, die von der Betragszahlung zur RV befreit werden bzw. sich nicht pflichtversichern müssen? Auch an der Stelle kann man mal drüber nachdenken, ob das so richtig und gewollt ist. Und ob es überhaupt gerecht ist.

    Ich finde allerdings, dass wir mit der Geburtenrate momentan nicht so sehr Probleme haben. Was ich an Schwangeren bzw. Kinderwägen, Kleinkindern etc. jeden Tag in der Bibo sehe, habe ich seit Jahren nicht in dem Ausmaß gesehen. Das ist (und sei es evtl. auch nur in C) erheblich gestiegen.

    So, dann widme ich meine Aufmerksamkeit mal wieder dem Weltfrieden *lol* 😉
    .-= Ihr/Sein letzter blog-Eintrag: Alles doof =-.

  4. Nancy, merci für den Kommentar!
    Wöchentliche Arbeitszeit verkürzen ist freilich eine gute Idee, aber die wollen doch alle einen vollen Lohnausgleich, und das bedeutet, dass die Arbeit wesentlich teurer wird.
    Altersteilzeit ist eine tolle Sache, wenn man will, dass genau die Menschen, die die meiste Erfahrung haben, schnell weg kommen. Das Problem sind doch weiterhin die wenigen gut ausgebildeten Menschen. Stichwort „Fachkräftemangel“.
    Sicherheit, unbefristeter Arbeitsvertrag sind Sachen der Wirtschaft, da kann der Staat wenig machen.

    Grundsätzlich hast du freilich Recht: man kann nicht einfach mal was machen, um das Problem zu lösen. Andererseits tun alle so, als könnte man einfach mal schnell … tun und alles würde gut. Das hat der Kohl schon versucht…

    Btw: was heißt FaMI?
    Und du solltest auf keinen Fall dein Licht unter den Scheffel stellen, es ist schon viel Wert, wenn Mensch hinterfragt und bereit ist, über sowas zu diskutieren. Außer für Politiker gibt es DIE Lösung nicht…

  5. Naja, nur weil ich (noch?) nicht studiert habe, steh ich ja grundsätzlich gleich mal ’ne Etage tiefer. Ist leider so. War aber hier mehr als Gag gedacht…

    Die Politik stellt die Weichen für die Wirtschaft, also lässt sich in der Hinsicht sicher etwas in eine bestimmte Richtung steuern. Man sieht ja gerade, wo man mit den vielen Freiheiten landet – die Wirtschaft hält schon die Händchen nach dem Geld auf, aber wenn es dann heißt, sie sollen bestimmte Auflagen erfüllen… naja. Selbst Karl Marx wusste schon, dass das auf Dauer nicht funktionieren kann, wenn man die Manager und Chefs so einfach machen lässt.

    Und: FaMI = Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste
    .-= Ihr/Sein letzter blog-Eintrag: Schilderwald #1 =-.

  6. Für ne Nicht-Akademikerin kannst du dich aber sehr gut artikulieren. 😉
    Auf Nicht-Studenten schauen FHler herab und auf diese wiederum die Uni-Absolventen (und dann die Doktoren, Professoren…?)
    Alles Spaß, ist scho klar.
    Freiheiten geben. Ein Staat muss Freiheiten geben, sonst wird viel zu schnell klar, dass die Basis des Staates Ursupation ist – schließlich wurde die Staatsform und Verfassung, z.B. hier in D, nicht vom Volk sondern von „schlauen Leuten“ bestimmt.
    Außerdem gibt es in D keine Demo-, sondern vielmehr eine Autokratie.

    Das Problem beim Steuern der Wirtschaft ist freilich, dass diese allzu leicht in eine falsche Richtung geht. Wenn der Staat allzu sehr steuert, kommen leicht die bekannten Probleme sozialistischer Systeme. Andererseits – hier gebe ich dir absolut Recht – muss der Staat Rahmenbedingungen bestimmen und deren Einhaltung durchsetzen. Das passiert hier und dort leider viel zu wenig…

  7. Naja, zumindest mein Abi kann mir keiner nehmen! (Studium ist gerade ein leidiges Thema – s. Blog http://nancy.nur-zu-besuch.net/2009/07/31/donnerstage-gehoeren-abgeschafft/ )
    Was den Fachkräftemangel (deine vorletzte Antwort) angeht, denke ich mal, dass man alles lernen kann. Klar ist der eine besser, der andere schlechter geeignet, aber man kann jemanden anlernen. Niemand ist unersetzbar, auch wenn einige das von sich denken. Aber dann könnten die ja nicht mal Urlaub machen, oder?
    Ich fasse mal zusammen: es gibt immer eine Lösung. Man sollte nur (auf allen Ebenen) anfangen, dass etwas weiter zu betrachten als bis zu den Grenzen seines Ministeriums. Das bringt allen mehr.
    .-= Ihr/Sein letzter blog-Eintrag: Donnerstage gehören abgeschafft =-.

  8. Jawoll so ist es richtig, das Rentenalter immer höher setzen, aber gar nicht merken, dass die Unternehmen überhaupt keine alten Menschen mehr einstellen…Wer bekommt denn bitte noch mit 55 einen Job angeboten?

    Komische Welt!

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