Wer bezahlt die SZ-Artikel?

Das frage ich mich manchmal wirklich. Es ist schon häufiger vorgekommen, dass die SZ die Aussagen der Content-Industrie zu Internet-Piraterie vollkommen unkritisch druckt, so als ob die Artikel von dieser geschrieben oder gesponsert werden. D’accord, die Medien können nicht Wissen in allen Bereichen vorhalten, aber sie sollten sich im Zweifel doch lieber mal eine zusätzliche Meinung holen…

Woran entzündet sich mein Unmut?
An dem Kommentar „Kopierschutz am Ende – Falsche Revolutionäre“ (Link). In diesem wird letztendlich behauptet, dass der Kopierschutz die einzige und letzte Möglichkeit ist, die Menschen davon abzuhalten, die Dateien per P2P zu verbreiten.

Zum einen gibt es wundervolle Watermarks, die es erlauben, die Herkunft einer Datei nachzuvollziehen. Zum anderen gibt es diverse Probleme und Gefahren beim Thema Kopierschutz (natürlich nicht für die Content-Industrie, deren Meinung hier unkritisch wiedergegeben wird):

  • wenn die Server der Dienstleister abgeschaltet werden, auf denen die Zertifikate der Mediendateien liegen, sind diese nichts mehr wert (vgl. Wal Mart)
  • der Nutzer ist an eine bestimmte Soft- und Hardware gebunden (bei Apple z.B. iTunes und iPod, bei anderen Windows Media und DRM-fähige Player)

Btw: viele Argumente der DRM-Gegner sind für mich allerdings nicht ganz stichhaltig:

  • „Ich muss eine Privatkopie haben“
    Warum? Der Gesetzgeber schreibt eindeutig, dass Privatkopien vom Rechteinhaber verboten werden können. Davon abgesehen, waren die vorher nur deshalb erlaubt, weil sie nicht nachweisbar und meist in schlechterer Qualität als das Original waren
  • „Ich brauche FLAC (Ogg…)“
    Dann spreche die Industrie darauf an. Warum allerdings muss diese Formate anbieten, die kaum einer will? (Vom zusätzlichen Traffic und Speicherplatz insbesondere für FLAC mal ganz zu schweigen.) Man sollte sich schon an einen Standard halten. Das gilt auch für die Content Industrie!

Was noch?

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