Stöckchen: die Gretchenfrage

Habe bei Thomas Matterne ein Stöckchen zu Religion und Glaube gefunden…

  1. Wozu braucht der Mensch sowas wie Religion und Glaube?
    Die Frage davor fehlt: Braucht der Mensch sowas wie Religion und Glaube?
    Nein, eigentlich nicht. Aber:
    Der Glaube hilft dem Menschen dabei,

    • sich Dinge zu erkären, die sonst unerklärbar wären
      (Das kann die Wissenschaft viel besser.)
    • einen Sinn im Leben zu sehen
      (Der Mensch spinnt, denn er braucht einen Sinn im Leben. Es gibt keinen, ganz einfach. Das ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt entweder keinen oder unendlich viele. Einen für Jeden und keinen für Jeden. Dem Universum sind wir egal, von dem gibt’s keinen Sinn. Aber was wir draus machen, das liegt in unserer Verantwortung.)
    • schwierige Situationen und Fehlschläge zu ertragen
      (Es mag helfen – und solang der Glaube nicht dafür sorgt, dass man falsche Entscheidungen trifft (z.b. in der Medizin) ist das imho auch kein Problem.)
  2. Welchen religiösen Einflüssen warst du in der Kindheit ausgesetzt?
    Katholischer Kindergarten, katholische Grundschule. Sonst Dorfkatholizismus. Nichts Großartiges.
  3. Wie würdest du deinen persönlichen Glauben beschreiben (falls vorhanden)?
    Was ist Glaube? Wenn ich einen Stein in die Hand nehme, den Arm von mir strecke und meine, dass der Stein zu Boden fallen wird, sobald ich ihn los lasse, ist das Glaube? (Ja, ist es – ich weiß es schließlich nicht.)
    Ich glaube an vieles. Aber an nichts, was man nicht beweisen könnte.
  4. Welche Religionen siehst du positiv und warum?
    Jede Religion, die Humanismus predigt, ist positiv. Eigentlich eher: jede Religion, die dafür sorgt, dass die Menschen sich human verhalten, ist positiv.
  5. Welche Religionen siehst du negativ und warum?
    Keine. Nur einige Sekten und okkulte Gruppierungen. (Grund: siehe oben)
  6. Ist der Glaube etwas rein Persönliches oder sollte er öffentlich ausgelebt werden?
    Das sollte eine Entscheidung des Einzelnen sein. Aber der Einzelne muss sich auch an seinem sozialen Umfeld orientieren. (Man muss nicht versuchen, andere zu bekehren.)
  7. Hilft oder schadet es Kindern, wenn man sie religiös erzieht?
    Es hilft Kindern, wenn sie sozial, zum Mitmenschentum erzogen werden. Wie, ist imho egal.
  8. Wer ist glaubwürdiger: Jesus, der Papst, Buddha oder Mohammed?
    Der Papst. Es gibt ihn und es gab ihn. Bei Jesus, Buddha und Mohammed ist das imho nicht so ganz sicher. (Wobei ich dem Papst trotzdem nicht glaube – aber noch mehr als mythischen Figuren…)
  9. Braucht der Mensch Religion zur ethischen Orientierung?
    Klares Nein.
    Der Humanismus (auch der östliche) bietet genügend Anleitung.
  10. Was ist dir lieber: Wiedergeburt, Auferstehung, Nirvana oder keinerlei Fortsetzung nach dem Tod?
    Wenn ich tot bin, soll mir mal Einer mit Auferstehung oder so kommen: ich hau ihm eine rein! (Arno Schmidt)
    Ich finde den Gedanken, nach dem Tod zu Humus verarbeitet zu werden, schon sehr schön (um nicht zu sagen: sexy).

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