Blog als Marketing-Instrument (gescheitert)

Beim Werbeblogger gibt es einen spannenden – leider kurzen – Gastbeitrag zu der Frage, ob das Blog als Marketing-Instrument in D gescheitert ist. Das Bejahen wird mit folgenden Argumenten begründet:

  1. Unternehmen verstehen Blogs nicht
    Blogs werden als weitere Möglichkeit gesehen, PR-Texte los zu werden
  2. Internet-Nutzer (m/f) verstehen Blogs nicht
    Der Unterschied zwischen Blogs und anderen Seiten ist nicht klar

Ich kann Thorsten Ulmer da durchaus zustimmen. Beide Argumente sind absolut nachvollziehbar. Die Behauptung allerdings, Corporate Blogs seien gescheitert, sehe ich eher kritisch.

Zu 1:
hier muss ganz klar unterschieden werden zwischen Unternehmensarten, -größen, -kulturen… Es gibt reichlich gute Corporate Blogs von kleinen z.T. mittleren Unternehmen (der Chef schreibt mit) und wenige von großen. Das ist sicher auch ein Content-Problem: wer soll für VW beispielsweise den Content liefern, der auch noch richtig interessant ist? Und wer soll diesen schnell redigieren und frei geben? Was ist, wenn die Nutzer böse kommentieren? Oder einen bösen Trackback liefern?
Probleme: Themen, Geschwindigkeit/Aktualität (Bürokratie), Kommentare und Trackbacks*

Zu 2:
Viele Nutzer verstehen Blogs ganz sicher nicht. Die allerdings, die diese verstehen – und selbst bloggen – sind sehr schnell dabei, böse Kommentare oder Antwort-Beiträge* zu schreiben.

Fazit
Vom eigenen Blog gehen für große Unternehmen viele Gefahren aus. Teuer sind sie obendrein, insbesondere durch die verbrauchte Arbeitszeit. Und ob diese tatsächlich (indirekt) Umsätze generieren bzw. das Ansehen verbessern, ist fraglich.
Jedoch von einem Scheitern würde ich nicht sprechen. Viele Unternehmen warten lieber ein wenig ab bis die ganze Geschichte übersichtlicher wird. (Man darf in diesem Zusammenhang an Early Adaptors in SL erinnern, die jetzt weinen…) Wenn es dann einen Grund gibt, ein Blog aufzubauen, werden sie auch mitmachen.


* Freilich kann man auch Kommentare und Trackbacks verbieten – aber warum dann überhaupt ein Blog? Dann kann man gleich eine Internet-Seite einrichten, die häufig aktualisiert wird. In diesem Sinne stellt sich die Frage, ob BILDblog ein Blog ist. Ich verneine diese.

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2 thoughts on “Blog als Marketing-Instrument (gescheitert)

  1. Mir ist eins wichtig kurz zu erwähnen. Ich behaupte nicht Corporate Blogs seien gescheitert. Ich stelle zur Diskussion ob Blogs als Mittel zur Kundenkommunikation für Unternehmen taugen.
    Just my two cents…;-)

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