Die Linke doch ganz links?

Oskar Lafontaine, Vorsitzender der Linken, möchte Teile des Kommunistischen Manifests ins Parteiprogramm aufnehmen. Er ist der Meinung, dass einige Passagen auch auf die heutige Zeit zutreffen.
Die Netzeitung schreibt

Als Beispiel nannte er die Textstelle, wonach die Bourgeoisie und das Kapital „die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohl erworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt“ haben.

Irgendwie kommt es mir so vor, als ob Lafontaine vor dem Krieg eingefroren und jetzt gerade wieder aufgetaut wurde. Sind denn 90 Jahre sozialistischer Herrschaft vollkommen an ihm vorbei gegangen? Es gibt sicherlich auch heute noch eine ganze Menge Menschen, die gern mit ihm über Freiheit unter sozialistischer Kontrolle diskutieren würden…

Aufnehmen will Lafontaine auch die Passage, wonach „an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt“ wurde.

„an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung“
Damit meint er sicher den Stalinismus.
Nein, er möchte folgendes sagen:
anstatt „du musst Opfer bringen für eine gerechte, gute, solidarische, friedliche Gesellschaft“ heißt es nun „du musst Opfer bringen weil ich es sage, weil ich Geld verdienen möchte…“

Naja: Ideologie ist Opium für’s Volk

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4 thoughts on “Die Linke doch ganz links?

  1. Vielleicht sollte ich mal stoppt-die-union registrieren und dort von den ganzen verfassungsfeindlichen, populistischen und idiotischen Ideen von denen berichten. Will sagen: m.E. ist die Union – flankiert von der SPD – wesentlich gefährlicher, weil diese an unsere Demokratie und Freiheit will.

  2. Da hast Du Recht. Wobei die Union sich „wenigstens“ auf die Innenpolitik beschränkt und dabei regelmäßig vom Bundesverfassungsgericht ausgebremst wird. Was bleibt da? FDP???

  3. Da hast du mein Problem sehr gut erkannt. Die FDP müsste sich für mich vom Westerwellschen Kurs verabschieden und endlich mal wieder Politik für alle machen, nicht nur für die Besserverdiener. Andererseits sollten sich die Grünen auch mal klar von der Linken abwenden… deren Linksruck gefällt mir auch nicht.
    Was bleibt? Piratenpartei?!

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