Zumindest der Bundestrojaner kommt vorerst öffentlich nicht

Die SPD, eine Partei, mit ein klein bisschen mehr – hm – Rechtsempfinden (manchmal) hat sich dagegen gestellt. Sie möchte zunächst das Urteil des BVerfG zum NRW-Online-Durchsuchungsgesetz abwarten, bevor sie die Online-Durchsuchung im Bund durch das BKA erlaubt.
golem.de schreibt zur unrühmlichen Rolle der Bundesmerkel

Selbst Bundeskanzlerin Merkel hatte es einen Herzenswunsch genannt, dass das BKA die „richtigen Möglichkeiten“ schon im Herbst 2007 erhalte.

Einige hatten ja immer auf ein Eingreifen der Bundesmerkel gehofft, aber wieder einmal zeigt sich, dass auch sie nicht zu den Guten gehört.
heise.de teasert einen langen Artikel zum Thema Online-Untersuchung mit dem Titel „Skeptische Stimmen zur Online-Durchsuchung“ folgendermaßen an:

Die politisch umstrittene heimliche Online-Durchsuchung eines Computers stößt bei Datenschützern wie bei Juristen auf Skepsis. In einer Reihe von Artikeln melden sie grundsätzliche Bedenken an und warnen vor der beabsichtigten Änderung des Grundgesetzes.

Ein weiterer Beitrag zum Thema: das Schnüffelblog verweist unter dem Titel „ULD S-H: Entwurf zu Vorratsdatenspeicherung, Telekommunikationsüberwachung u.a. ist europarechts- und verfassungswidrig“ auf ein Gutachten des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, dessen wichtigste Aussagen in der Pressemitteilung stehen. Die vollständige Stellungnahme ist hier zu finden.

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5 thoughts on “Zumindest der Bundestrojaner kommt vorerst öffentlich nicht

  1. ISP Internet Provider Logfile:
    Man braucht kein Internet-Freak zu sein um das File zu analysieren, um es vorweg zu nehmen man sieht “fast” alles was ein Ermittler-Herz höher schlagen lässt:

    IP-Adresse: 87.162.7.**
    Uhrzeit: [15/Jul/2007:10:38:35 +0200]
    URL: “GET radio-utopie.de:80 /index.php
    Server: HTTP/1.0″ 200 77389
    Browser & Betriebssystem: “Opera/9.21 (Windows NT 5.1; U; de)”

  2. Aber die _wirklich_ interessanten Sachen stehen da nicht drin. Was hast du auf der Festplatte, deine eMails etc.
    Aus diesen Infos bekommst du nur Browser, Betriebssystem, Zeit und IP des Besuchers raus, um die IP zuzuordnen, brauchst du auch schon Hilfe des ISP für die Nutzerdaten (die du ohne Grund nicht kriegst)…

  3. Ist das aber nicht sowieso wurscht? Habe die Diskussion im DLF verfolgt und eher den Eindruck gewonnen, dass man das Thema vergleichen könnte mit dem Fall, dass ahnungslose Eltern ihren Heranwachsenden durch Sperrprogramme von bestimmten Internetseiten fernhalten wollen, oder umgekehrt. Ist es nicht so, das die Programmierer des Bundestrojaners niemals einen Trojaner basteln können, den wesentlich spezialisiertere, versiertere und vor allem engagiertere Hacker in kürzester Zeit zerlegen und boykottieren werden? Im DLF kam jemand zu Wort, der viele witzige Möglichkeiten und Beispiele diesbezüglich beschrieb. Naja, ich weise nur kurz und ohne Links anzugeben auf z.B Katz oder GCW hin, wo man sehen kann, dass ein kein einziges noch so ausgeklügeltes System gbt, welches fähige Leute davon abhält irgendeine Software vor Manipulation zu schützen. Wiso sollte also gerade eine Bundesbehörde dazu fähig sein?

  4. Eben doch! Es werden zudem nur die Ahnungslosen überwachbar sein, weil selbst der dümmste der Kriminellen, der von dem Trojaner eigentlich erwischt werden soll 1001 Wege finden wird sich zu schützen. So z.B gegen die abtrusen Stasi-Fantasien des Bka-Präsidenten Joerg Zierke.Da nimmt mal halt ein Laptop mit herausnehmbarer Festplatte. Und jeder kennt z.B Tools wie Hijackthis, mit denen man definitiv jede noch so kleine Änderung am System feststellen kann.

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